"Sternstunden im Wald"

10. Juni 2014

„ Die Natur allein ist unendlich reich und bildet den großen Künstler“

 Johann Wolfgang von Goethe

Kinder brauchen Natur und sie lieben Abenteuer. Beides bietet der Wald. Seit Mai dieses Jahres ist es nun soweit, die Kinder des Kinderhauses „Sterntaler“  machen sich jede Woche auf den Weg, den nahelegenden „Sahnpark“ in  Crimmitschau mit Lupe, Sammelbox und Pinzette genauer zu entdecken.  Schon die Fahrt dorthin mit dem öffentlichen Linienbus ist für einige der Kinder ein Abenteuer.     

Der Wald ist der größte, natürlichste und abwechslungsreichste Entdeckungsraum für Kinder. Sie werden mit Situationen konfrontiert, welche für sie ungewohnt oder unbekannt sind. Nirgendwo sonst findet man so viele Herausforderungen, Anregungen, Stille und Raum für Fantasie, Wissen und Bewegung wie im Wald. Hier werden den Kindern großzügige Freiräume geboten, welche zum Entdecken, Forschen und Experimentieren einladen. Mit Neugier und Offenheit sammeln Kinder im Wald eine Fülle sinnlicher Erfahrungen. Sie hören das Rauschen des Windes in den Blättern, sie fühlen das weiche Moos und die raue Rinde der Bäume. Sie spüren die Steine unter ihren Füßen im kalten Sahnbach. Das Erleben  mit allen Sinnen führt nicht nur zu einem intensiven Eindruck des Lebensraumes Wald, sondern auch zu einer differenzierteren eigenen Körperwahrnehmung. Ein steil abfallender Hang, im Weg liegende Äste oder auch der unebene Waldboden stellen für die Kinder eine Herausforderung dar. Sie schulen somit ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln gleichzeitig Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Darüber hinaus erfahren Kinder die Bedeutung von Kooperation untereinander, die Geborgenheit einer Gruppe und fördern so spielerisch ihre Sozialkompetenz. Beim Bau eines gemeinsamen Rastplatzes aus Ästen bedarf es Absprachen und jeder bringt seine persönlichen Fähigkeiten konstruktiv ein. Die gemeinsame Rast wird anschließend zu einem positiven Erlebnis für alle.

Neben all der Förderung haben wir natürlich auch großen Spaß. Die Fantasie unserer Kinder bringt uns oft zum Lachen…“Eine Nacktschnecke ist eine Schnecke im Umzug von einem Haus zum anderen.“ oder „Ein Futterhäuschen ist der Briefkasten der Waldbewohner.“ sind kreative Erklärungen von ihnen.

Die Natur ermöglicht es den Kindern, jeden Entwicklungsbereich spielerisch zu vertiefen und somit zu stärken. Ebenso wichtig ist es, den Kindern Empathie zu vermitteln, denn der Wald ist auch Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen, welche es zu erhalten gilt. Wir als Forscher sind nur „Gast“ und lassen uns von der bunten Tier- und Pflanzenwelt einladen. Wir sensibilisieren  die Kinder, achtsam mit deren Lebensraum umzugehen.

Gemeinsam mit Kindern die Natur zu erleben, bedeutet vor allem Impulse für die Sinne zu setzten. Neben dem Wissenserwerb rund um den Wald, lernen sie in der Natur ihren Körper und sich selbst intensiv kennen. Sie werden so ermutigt,  neue und unbekannte Herausforderungen und Hindernisse mit genügend Selbstvertrauen angstfrei anzunehmen.

 

Katrin Leschak

Einrichtungsleiterin