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Die Kinder werden aus der Kita abgeholt und erzählen strahlend und stolz von einem neuen Tischspruch. Natürlich freuen sich die Eltern und Großeltern mit. Aber warum werden Tischsprüche im Kindergarten eigentlich geübt bzw. gesprochen?

Die Wichtigkeit von Tischsprüchen

Die Kinder werden aus der Kita abgeholt und erzählen strahlend und stolz von einem neuen Tischspruch. Natürlich freuen sich die Eltern und Großeltern mit. Aber warum werden Tischsprüche im Kindergarten eigentlich geübt bzw. gesprochen?

Eine der wichtigsten Aufgaben von pädagogischen Fachkraft besteht darin, Kinder in ihrer Entwicklung zu fordern, zu fördern und Eltern in verschiedensten Lebenssituationen zu beraten und ggf. zu unterstützen. Der Sächsische Bildungsplan, welcher sechs Bildungsbereiche beinhaltet, ist somit ein guter Leitfaden für unsere tägliche Arbeit mit Kindern und ihren Eltern. Zu den Bildungsbereichen gehören der sprachliche, soziale, mathematische, spirituelle, naturwissenschaftliche und der somatische Bildungsbereich.

Und was hat das jetzt mit dem Tischspruch zu tun? Indem wir mit den Kindern Tischsprüche üben und sprechen, werden all diese Bildungsbereiche spielerisch einbezogen.

Wir fördern die Sprache, indem wir gemeinsam den Tischspruch sprechen, vergrößern ganz nebenbei noch den Wortschatz durch neue, bisher unbekannte Wörter und fördern die Aussprache.

Im sozialen Bereich steht das „sich gemeinsam unterstützen“ im Fokus. Kinder sollen in ihrem Selbstwert und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden. Sie sollen den Mut haben vor anderen zu sprechen, auch, wenn sie den Tischspruch noch üben. Hierbei können die anderen Kinder weiterhelfen. Somit kann zusätzlich das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden.

Den mathematischen Bereich greifen wir auf, indem bspw. Zählreime in Tischsprüchen vorkommen oder wir entsprechende Zahlen mit den Fingern zeigen (simultanes Erfassen von Mengen).

Werfen wir einen Blick auf den spirituellen Bildungsbereich, wird schnell klar, dass es hierbei um Rituale und Fantasie geht. Hierbei können Tischsprüche ein schönes Ritual sein, um Entspannung und Ruhe in Übergänge zu bringen. Da sie wiederkehrend und immer zur selben Zeit / zum selben Ereignis (bspw. zum Mittagsessen) gesprochen werden, geben sie den Kindern eine zeitliche Orientierung und somit Sicherheit. Des Weiteren regen Tischsprüche die Fantasie und Vorstellungskraft an, was wiederum für das abstrakte Denken von Bedeutung ist.

Der naturwissenschaftliche Bereich zeigt sich in Form von Inhalten Tischsprüche (Bsp.: „Ein Fröschlein saß auf einem Blatt und merkte das es Hunger hat. Zunge raus, Zunge rein, so lecker können Fliegen sein.“) Die Kinder hören, wo sich Frösche aufhalten, dass sie womöglich lange Zungen haben und damit ihr Futter, also Fliegen, fangen können. So werden viele weitere naturwissenschaftliche Themen, wie Jahreszeiten, Monate und ihre Besonderheiten, Feste, etc. spielerisch vermittelt.

Die somatische Bildung beschäftigt sich mit Körper und Geist, der Gesundheit und dem Wohlbefinden. Dazu gehört auch, dass Kinder Gliedmaßen koordinieren können, neue Bewegungsabläufe austesten, ihre Merkfähigkeit trainieren und Gedachtes mit entsprechenden Bewegungen verbinden können. Anfangs übt man den Tischspruch mit den Kindern und später sprechen wir ihn auswendig und können die dazugehörigen Bewegungen selbstständig und parallel zum Gesagten umsetzen.

Es sind die kleinen Rituale des Alltags, die Großes bewirken können.

Stefanie Walter, Staatlich anerkannte Erzieherin

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