Die Inobhutnahme für umF in Lichtenberg schließt ihre Türen

12. August 2017

Wer vor einem Jahr die Inobhutnahme für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) im Haus Lichtenberg betreten hat, dem kamen typisch arabische Gesänge, Kochgerüche und ein geschäftiges Treiben entgegen. Betritt man jetzt diese Räume, dann ist da Stille – denn die Inobhutnahme ist geschlossen. – Eröffnet wurde sie am 1. April 2016 für unbegleitete männliche minderjährige Flüchtlinge ab 14 Jahren. Insgesamt sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellten sich der Aufgabe, den Jugendlichen einen bestmöglichen Start im Landkreis Mittelsachsen zu ermöglichen. Mit viel Elan und Engagement räumten sie die die Zimmer ein, strukturierten Tagesabläufe und bauten Kontakte zu Kooperationspartnern auf. Dies alles geschah immer mit einem Gefühl der Ungewissheit darüber, was uns erwartet und gleichzeitiger Freude auf die kommende Herausforderung.

Nachdem aufgrund der geopolitischen Lage und anderen strukturellen Bedienungen die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge stark rückläufig ist, wird die Inobhutnahme nun im August 2017 geschlossen. Zurückblicken können wir auf eine erlebnisreiche, spannende, aber auch herausfordernde Zeit. Von Eskalationen bis zur Taufe zweier Flüchtlinge in der hiesigen christlichen Gemeinde erlebten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele schwere und schöne Momente. Mit viel Einsatzbereitschaft konnten sie normale Alltagssituationen, aber auch viele schwierige Situationen und Konflikte klären und gleichzeitig schöne Momente im pädagogischen Alltag erleben. Die Verweildauer der Jugendlichen reichte von einem Tag bis zu über einem Jahr.

Unser großer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich dieser Herausforderung gestellt haben. Gleichzeitig konnten wir stets auf eine gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern bauen. Vom hiesigen Friseur, der Kirchgemeinde sowie der Gemeinde bis hin zu behördlichen Institutionen wie der Sächsischen Bildungsagentur oder dem Jugendamt – die Zusammenarbeit war geprägt von realistischer Kooperation und Verbindlichkeit. Hierfür möchten wir uns bei allen Beteiligten bedanken.