Magie im schwarzen Raum

21. Februar 2022

Stockdunkel ist es in dem Raum, in dem die Hortkinder sonst Hausaufgaben machen oder malen und basteln. Die Fenster sind bis zum letzten Millimeter mit schwarzem Tonkarton abgeklebt, die Wände und der Boden mit schwarzen Tüchern verhangen. Kein Fitzelchen Licht darf mehr hereinkommen, wenn die jungen Schwarzlicht-Künstler der Christlichen Kita „Unterm Regenbogen“ jetzt gleich ihren Auftritt haben.

Eine Hand taucht auf in der Dunkelheit, eine zweite, dritte, vierte. Sie winken und schwingen, steigen und fallen, tanzen und berühren sich. Die ruhige Stimme von Elke Leupold ertönt. Mit wenigen Worten leitet sie die Szenen ein, überlässt dann der Magie aus Licht und Dunkel die Bühne. Dort sieht man, wie der kleine Muck in die Schatzkammer schleicht, um seine Schuhe wiederzufinden, was mit dem kleinen Gespenst geschieht, wenn es zu spät nach Hause kommt, oder wie eine Blume erblüht.

Etwa 15 Minuten lang entfaltet sich Wunder über Wunder in der Dunkelheit, dann geht das Licht wieder an, die acht Kinder ziehen sich die Masken vom Kopf und verbeugen sich. „Ich habe hier eine super Truppe gehabt“, lobt Elke Leupold.

Zwei Tage lang hat die Theaterpädagogin vom Krea(k)tiv Pirna mit den Hortkindern der 1. bis 4. Klasse an den Stücken gearbeitet und ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Es ist eine große Leistung für die Kinder, denn sie sehen im Dunkeln ja selbst nichts“, erklärt sie. „Sie müssen ein sehr genaues Gefühl für die anderen haben, sich ohne Worte abstimmen und auch zurücknehmen, damit das große Ganze gut aussieht.“

Anders als in den Vorjahren konnten dieses Mal die Kindergartenkinder die Aufführung nicht live erleben, weil die Gruppen nach wie vor streng getrennt sind. Dafür hat Kita-Leiterin Petra Behner den Auftritt per Video aufgezeichnet, damit sich die anderen Gruppen das Stück wenigstens als Film anschauen können. „Die Kleineren sind dann immer so begeistert, dass sie das nächste Mal gern selbst mitmachen wollen“, verrät sie.