„Was heißt denn hier NORMAL?“

06. Juli 2021

Nach einer langen Zeit des Abstandhaltens und voreinander Ausweichens, kehrt so langsam etwas wie eine Normalität in den Alltag des Kinderhauses ein. Doch was ist normal?

·         In welcher Gruppe war ich überhaupt?
Wer ist die Erzieherin / der Erzieher aus der anderen Gruppe?
Wo war meine Garderobe?
An wen wende ich mich für das Entwicklungsgespräch?
Waren die Kinder immer schon so groß und was haben wir im letzten halben Jahr dazugelernt?
Wo ist denn nun das Bauspiel?
Kann man in beiden Gärten spielen?

Trotz all dieser Fragen und Unsicherheiten spüren wir immer wieder, wie die Freude des Wiedersehens gegen die Unsicherheiten überwiegt.
Alte Freundschaften leben wieder auf und die großen Vorschüler/innen freuen sich, noch ein paar letzte Wochen, die Erzieher/innen zu treffen mit denen sie viele Jahre durch die Kinderhauszeit gegangen sind.
Schön, dass es nun für die Vorschüler/innen einen richtigen Abschied aus dem Kinderhaus, von allen Kindern und den Erzieherinnen und Erziehern, geben kann. Die vielfältigen Möglichkeiten der Tagesgestaltung durch offene Lebensbereiche können noch einmal intensiv genutzt werden, bevor bald der neue Lebensabschnitt als Schulkind beginnt. 

Doch auch für die Kinder, die noch eine Weile bei uns bleiben dürfen, braucht es etwas Zeit damit sich alles wieder einspielen kann. Die „Volltrefferkinder“ lernen nun endlich Tabea, ihre Gruppenerzieherin, kennen. Kinder, die in anderen Gruppen waren, müssen sich an alte Rituale erinnern oder neue gemeinsam aushandeln. Vor allem aber die Lebensbereiche, die lange nur in kleiner Form möglich waren, können neu entdeckt und bespielt werden. Auf all diese alten und neuen Herausforderungen freuen wir uns, denn über allem steht dabei unsere Hoffnung, dass wir sie gemeinsam meistern können.

Gemeinsam entstand gerade ein Projekt aus dem Jahr 2020. Unser Gartenhaus war in die Jahre gekommen und musste aus dem hinteren Gartenteil weichen. Die damaligen Vorschulkinder zeichneten ihr Traumschiff, welches stattdessen entstehen sollte. Mit dieser Zeichnung warben wir um Spenden. Im Frühjahr 2021 war es endlich soweit. In einem Arbeitseinsatz haben Eltern gemeinsam mit Lutz Beyer, die von ihm „überarbeitete“ Zeichnung umgesetzt, sodass nun allen Kindern ein neues Kletterschiff zur Verfügung steht.

Herzlichen Dank, allen Spendenden und Unterstützenden!

                                                                                                                      Iris Schlitter