„Wie entsteht ein echtes Kunstwerk?...

27. Mai 2019

...und "Wo kann man diese anschauen?" Diesen Fragen gingen unsere Vorschüler am 23. Mai nach. Aufgeregt und voller Erwartung fuhren wir mit dem Zug nach Altenburg, um da das "Lindenau-Museum" zu besuchen. Schon die Fahrt war ein besonderes Erlebnis.
Das Museum wurde 1848 von Bernhard von Lindenau gegründet und ist eines der ungewöhnlichsten und schönsten Kunstmuseen Deutschlands. Der Sammler und Stifter Lindenau gründete eine Kunstschule und erwarb verschiedene Kunstwerke, Gemälde, Gipsabgüsse, Plastiken, Grafiken und eine Kunstbibliothek.
Nur wenige Kinder hatten bisher ein Museum besucht und so waren alle neugierig und gespannt auf den bevorstehenden Tag.
Von den beiden Mitarbeiterinnen des Museums Frau Glück und Frau Schade wurden wir schon erwartet und herzlich begrüßt. Nach einer kurzen Einführung zum Tagesprogramm sowie zu den Museums- Regeln, erzählte uns Frau Glück Wissenswertes über die Bibliothek. Darin befinden sich ca. 2000 Bücher, unter Anderem auch sehr große Werke von 1.30 m. Auch unser größter Vorschüler ist nicht so groß.
Ganz leise ging es dann in den nächsten Raum. Hier erfuhren wir ganz viel über die im Museum befindlichen Gemälde. Die Kinder entdeckten auf manchen Bildern Jesus als Kind und konnten aus ihrem bisherigen Wissen über Religionsgeschichte zum Gesprächsaustausch beitragen. Die Gemälde sind zum größten Teil mit einer dünnen Schicht Gold grundiert, ein kleines Blättchen davon hielt Frau Glück für die Kinder zur Anschauung bereit. Die dunklen fast schwarzen Farbtöne waren einstmals ultramarin blau und sind erst im Laufe der Jahre nachgedunkelt. Die Farben selbst wurden in der damaligen Zeit aus Pulver, Leinöl und Harz hergestellt und die Pinsel aus den Schwanzhaaren der Eichhörnchen.
Auf dem weiteren Weg durch das Museum begegneten uns Skulpturen in unterschiedlichen Größen. Diese entstanden durch das Gießen mit Gips in verschiedenste Formen. Die Skulpturen selbst dürfen nicht berührt werden, doch für die Kinder gab es ein anschauliches, greifbares Modell in Form einer Fußzehe aus Gips.
Nach einem Mittagspicknick vor dem Museum bei strahlendem Sonnenschein bekamen die Kinder in dem Museumsatelier die Möglichkeit, selbst tätig zu sein. Eifrig wurde ausgeschnitten, geklebt gemalt und gestempelt. Am Ende hatte jeder Vorschüler eine ganz besondere Sammelmappe erstellt. Ein erster Hefter für die baldige Schulzeit.
Voller neuer, interessanter Eindrücke verabschiedeten wir uns von Frau Glück und Frau Schade. Es ist ihnen wunderbar gelungen, die Kinder zu begeistern und ihr Interesse für die Museumsgeschichte zu wecken. Dafür unser ganz herzliches Dankeschön!
Vielen Dank auch an Frau Schleese, welche uns auf unserer spannenden Reise in die Welt der Kunst begleitet hat.
Wir glauben, dieser besondere "Wackelzahnclub" war mit seiner außergewöhnlichen Art der Wissensvermittlung für uns alle ein unvergessliches Erlebnis.