Viele Grüße aus der Kindertagesstätte

24. April 2020

Liebe Eltern,

viele von Ihnen befinden sich derzeit mit ihren Kindern zu Hause. Dabei ist es nicht so leicht sich beim Homeoffice zu konzentrieren, wenn die Kinder um einen herumschwirren und volle Aufmerksamkeit verlangen.

Dieser Brief versteht sich als Anregung den Tag mit Ihrer Familie strukturiert und kreativ zu gestalten.

Sollte es Ihnen schwer fallen freie Arbeitszeit für sich zu finden, sprechen Sie mit Ihrer Familie. Überlegen Sie gemeinsam wie Sie den Tag gut strukturieren können. Zum Beispiel nach dem Frühstück soll jeder 1 bis 2 Stunden Zeit für sich haben. In dieser Zeit kann Homeoffice und Schulaufgaben oder Spielzeit (bei Kindergartenkindern) erledigt werden. Bei Kindern im Krippenalter versuchen Sie sich mit Ihrem Partner in die Betreuungs- und Arbeitszeit reinzuteilen. Auch größere Geschwister können mit einbezogen werden. Damit zeigen Sie Ihnen auch, dass Sie Ihnen etwas zutrauen. Können Sie die Betreuungszeit nicht aufteilen, arbeiten Sie während der Mittagsruhe. Für Kinder bis ins Grundschulalter ist eine Mittagsruhe sehr zu empfehlen. Es hilft Ihrem Kind den bisherigen Tag im Kopf besser verarbeiten zu können. Ruhe auszuhalten ist nicht leicht und dennoch wie eine kleine Ladestation, um den Akku wieder aufzutanken. Entspannte Musik oder Hörbücher mit nicht zu aufregenden Geschichten helfen dabei den Körper herunter zu fahren. Versuchen Sie jedoch, dass Ihre Kinder eine halbe Stunde ohne jegliche Ablenkung ruhen.

Genießen Sie die Zeit mit Ihren Kindern und beziehen Sie sie so viel wie möglich in den Alltag mit ein. Aufräumen, Wäsche legen, Staubwischen, kochen und was sonst so im Haushalt anfällt, lässt sich schneller zusammen erledigen und macht mit der Lieblingsmusik gleich vielmehr Spaß. Hier darf es ruhig auch einmal etwas lauter sein (natürlich ohne die Nachbarn zu stören!) und kräftig mitgesungen werden. Überlegen Sie auch welche Aufgaben an Ihr Kind abgegeben werden können (z.B.: Müll rausbringen).

Natürlich wollen Kinder auch mit Ihnen gemeinsam Spielen. Hierfür eignen sich, je nach Alter des Kindes, die Klassiker wie `Mensch ärgere dich nicht`, `Mau Mau`, Memorie, Puzzle und alles was der Spieleschrank so hergibt. Sogenannte Regelspiele fördern das Gemeinschaftsgefühl, die Konzentration, Mengenverständnis, die Kommunikation und schult nicht zuletzt die Frustrationstoleranz (Verlieren können muss man lernen! ;-)) Damit die Spiele spannend bleiben, können sich neue Regeln ausgedacht werden. Wie wäre es bei `Mensch ärgere dich nicht` auch mal rückwärts schlagen zu dürfen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.

Wer Geschichten mag kann sich seine eigene ausdenken. Jeder schreibt einen Satz und reicht den Zettel an seinen linken Nachbarn weiter. Dieser schreibt den nächsten dazu und so weiter. Nach fünf Runden kann jeder seine Geschichte vorlesen. Mit jüngeren Kindern kann man die Geschichte auch sprechen. Der Erste erzählt den Anfang und der Nächste erzählt ein Stück weiter.

Oder es werden erst Begriffe gesammelt, welche eine Person aufschreibt. Z.B.: es sollen fünf Gegenstände, vier Personen/ Tiere und fünf Verben/ Tuwörter genannt werden. Im Anschluss müssen alle mithelfen die gesammelten Begriffe in einer Geschichte unterzubringen. Man kann die Geschichte auch von vornherein unter ein Motto stellen, wie Tiergeschichte, Gruselgeschichte, Abenteuergeschichte etc. Die Geschichten können im Anschluss aufgeschrieben und aufgemalt werden. So könnte ein eigenes Bilderbuch entstehen. Dies lässt sich gut auf eine ganze Woche aufteilen. Es muss nicht alles sofort und ganz schnell erledigt werden. Gute Dinge brauchen nun mal Zeit.

Haben Sie Erde und alte Joghurtbecher? Die meisten Supermärkte bieten auch diverse Samen an. Etwas Erde lässt sich zur Not auch bei einem Spaziergang finden. Säen Sie mit Ihren Kindern die Samen aus und beobachten Sie was passiert. Später können die Erfolge auch ausgepflanzt werden.

Reden Sie mit Ihren Kindern was genau passiert und vergleichen Sie sie mit den Pflanzen draußen in der Natur. Wenn es draußen kalt ist, wachsen die Pflanzen je nach Art langsamer. Erklären Sie, dass es Pflanzen gibt, denen die Kälte wenig ausmacht und sie deswegen zuerst im Jahr blühen.

Bei regelmäßigen Spaziergängen kann man die Frühblüher wunderbar beobachten. Welche blühen zuerst, welche später, wie heißen sie, welche Merkmale unterscheidet sie von den anderen Frühblühern. Für die Jüngeren eignet sich hierzu das Spiel `Ich sehe was, was Du nicht siehst`.

Ebenso lassen sich zurzeit viele Vogelarten beobachten. Wie sie ihre `Vogelhochzeit` halten und kleine Gegenstände für den Nestbau suchen. Machen Sie ein Spiel daraus: Wer erkennt welche Vogelart am Gesang und am Aussehen. Zur Artenbestimmung ist auch hierfür das Internet sehr hilfreich. Im Anschluss können die Erlebnisse wieder gemalt oder aufgeschrieben werden. Beim zu Bett gehen kann man den Tag noch einmal gemeinsam mit den Kindern besprechen. Was haben wir heute alles erlebt und vielleicht auch Neues dazu gelernt. Das unterstützt die Verarbeitung des Tages vor allem bei jüngeren Kindern.

An kalten Tagen könne Sie auch Frühlingsplätzchen backen. Hierfür benötigen Sie:

-          210g Mehl

-          180g weiche Butter

-          75g Puderzucker

Alle Zutaten vermengen bis eine gleichmäßige Masse entstanden ist, Teig ausrollen (ca. 0,5cm dick), mit Formen ausstechen und anschließen bei 200°C (Umluft 180°C) für ca. 10 min. backen. Nach dem Abkühlen kann verziert werden z. B.: mit Puderzucker und einen Spritzer Wasser oder Zitronensaft.

Sie können zu Hause auch Wochenmottos einführen und jeder muss sich in der Woche dazu etwas einfallen lassen z.B. zum Thema Frühling, Zirkus, Fahrzeuge, Ostern, Berufe, Lebensmittel, Pflanzen, Tiere, Länder, Insekten, Dinosaurier, Fabelwesen etc. So kann passend zum Thema an einem Tag gesungen, an einem anderen Tag eine Geschichte erzählt/ vorgelesen und am nächsten Tag gebastelt werden.

Auf jeden Fall sollte jeden Tag Zeit zum freien Spiel zur Verfügung stehen. Das gibt Ihnen als Eltern die Möglichkeit sich (je nach Alter des Kindes) etwas zurück zu ziehen. Auch Sie brauchen Ruhe. Ihrem Kind hilft es kreativ zu werden und schult seine Entscheidungsfindung. Dazu gehört auch sich ab und an zu langweilen. Geschwister haben hier die Möglichkeit Streitereien selbst zu klären. Selbstverständlich sollten Sie als Ansprechpartner immer in ihrer Nähe sein.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Anregungen den Alltag etwas bereichern zu können.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Kita-Team der Sonnenblumenkinder