Was haben Indien, Rettungshunde und Sankt Martinstag gemeinsam?

23. November 2017

Es lässt sich alles in einem Kindergartentag unterbringen. Klingt unglaublich, aber ist möglich und vor allem erlebnisreich. Tierisch starteten wir in den Vormittag als uns zwei vierbeinige Vertreter samt Betreuerinnen von der SAR Hounds Elbe-Weser Rettungs-Hundestaffel besuchten. Eine Mutti hatte den Kontakt hergestellt und so wurde der Turnraum zum Lernfeld "Richtiger Umgang mit Hunden" umfunktioniert. Von den Kleinsten bis zu den Vorschülern bekamen alle Gruppen die Gelegenheit, die Hunde kennen zu lernen. In gemütlicher Atmosphäre erfuhren die Kinder zunächst die Besonderheiten der Hunde, wie man sich einem Hund nähert, wo man streicheln kann und wo man möglichst nicht anfassen sollte. "Ich habe gelernt, dass man nicht am Schwanz wackeln darf.", erzählt Maxine hinterher und meint: " Es war super!" und wir sollen es bitte nochmal machen. Fast alle Kinder hatten gesunden Respekt vor den Tieren und lauschten aufmerksam den Frauen von der Hundestaffel. Für Kinder, die sonst keine Erfahrung mit größeren Tieren haben, war es spannend und ein tolles Erlebnis.

Zum Mittagessen stand der nächster Höhepunkt und als Abschluss des Projektes Lichterkinder "Indische Speisen" auf dem Plan. Traditionell beteiligten wir uns auch in diesem Jahr wieder am Projekt Lichterkinder und reisten mit Kindern nach Indien. In einem spannenden Vortrag erfuhren die größeren Kids und die Hortkinder viel Wissenswertes über das Land. Durch anschauliche Fotos konnten die Kinder einen guten Eindruck von den anderen Lebensumständen und Verhältnissen gewinnen und stellten viele Fragen. "Wo schlafen die denn dann, wenn es keine Betten gibt?", wollte Lena aus der 2. Klasse wissen. "Und kommt es vor, dass sie dann manchmal gar nichts zu Essen haben?" ergänzte Josy. Dabei sprachen wir natürlich immer von den ärmlichen Regionen, die in diesem Jahr durch die Spendengelder vom Projekt unterstützt werden. Mit Eifer waren die Hortkinder dann auch beim kreativen Gestalten von Teelichtern und Buttons dabei, die wir dann am Abend zum Martinstag vor der Kirche verkauft haben. Gemeinsam mit den anderen Einnahmen des Abends konnten die Kirchgemeinde und wir so 258 Euro an die Projektstiftung spenden. Höhepunkt war dann noch das indische Essen. Herr Kaur vom ortsansässigen Inder hat dies tatkräftig unterstützt und uns 100 Portionen zum Martinstag gekocht und geliefert. Seine Frau und eine Freundin haben mit einer Tanzeinlage das Programm abgerundet, bevor zum Teil in den Gruppen traditionell auf dem Fußboden gespeist wurde.

Trotz des nasskalten Regenwetters starteten wir am Abend mit 230 Personen und farbenfrohen Laternen Richtung Kirche. Martin, der Reitersmann, führte uns durch den Ort zur Kirche, um dort traditionell nochmal auf die Martinsgeschichte einzugehen. Teilen konnten wir außer den Hörnchen in der Kirche in diesem Jahr auch wieder unsere Gaben für die Weihnachten-im-Schuhkarton-Aktion. Dankeschön an alle Eltern für die große Unterstützung. 27 Kartons konnten überreicht werden. Dank geht auch an alle unterstützenden Institutionen, die Kirchgemeinde, die Jugendfeuerwehr und das Bläserensemble, die mit uns gemeinsam diese Tradition organisieren.

Die Feuerwehr unterstützt uns nicht nur dabei, sondern auch bei der Brandschutzerziehung mit den Vorschülern. Herr Thiel erklärt den Kindern alles Wichtige zur Feuerwehr, zum Notruf und vor allem in der Weihnachtszeit den richtigen Umgang mit Kerzen und dem Anzünden. Interessant ist aber auch die Ausrüstung, die er zum Probieren mitbringt und einiges an Geräten zum Anschauen. Josefine sagte: "Ich hatte eine ganz schwere Jacke an." und war beeindruckt von der Komplettausrüstung.

Beeindruckt waren auch die Vorschüler zum Bundesweiten Vorlesetag, wie sich unser Turnraum in eine gemütliche Vorlesehöhle mit Sternenzauber verwandeln konnte. Zum Abschluss des Tages las dort der Bürgermeister Herr Stiehl vom Drachen Kokosnuss vor und die Kinder hatten viel Freude an den lustigen Namen in der Geschichte und dem Bücheranschauen. Auftakt am Vormittag machten allerdings die Schüler aus der Grundschule nebenan, die in jeder Gruppe zum Vorlesen kamen und dies jetzt im nächsten halben Jahr wieder wöchentlich besuchen, um ihre Lieblingsbücher vorzustellen. Bei den Kleinsten in der Feuerinsel unterstützte uns Frau Reinhardt von der Wohnungsgesellschaft als Lesepatin. Unsere jüngsten Kinder waren so fasziniert, dass jedes Buch beklatscht und die Bilder bestaunt wurden und sie sich dann erwartungsvoll wieder hinsetzten. So wurde aus einem Buch dann mehr als 4 Bücher und Fr. Reinhardt hat sich ihre Urkunde und unseren Dank ebenso redlich verdient wie alle Anderen an diesem Projekttag. Und auch die Vorschüler gingen als Zuhörer stolz mit einer Urkunde nach Hause.

Wir wünschen allen Kindern und ihren Familien für den Advent auch die Zeit, sich das Warten mit dem Vorlesen von spannenden Geschichten zu verschönern und ruhige Weihnachtstage mit freudestrahlenden Kinderaugen. Wir bedanken uns bei allen Familien, Freunden und Unterstützern des Naturkinderhauses für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns auf ein erlebnisreiches neues Jahr.

 

Bianca Beyer und das Team des Naturkinderhauses Mulda