

Geschafft! Es lohnt sich, die Hoffnung nicht aufzugeben und immer wieder neu anzufangen, wenn es nicht gleich klappt.
„Kommt, noch mal. Ihr schafft das!“
Die Kinder bauen ein Lego-Baumhaus. Doch bevor die Treppe ausreichend hoch ist, fällt alles wieder zusammen. Zwei Mal, drei Mal fangen die Kinder an, bauen neu. Es kommen Stützen dazu. Doch langsam lässt die Motivation nach, es von Neuem zu beginnen. Als Erwachsene beobachte ich das Tun. Natürlich könnte ich einfach zuschauen und wenn die Kinder sich für etwas anderes entscheiden, sie gehen lassen.
Aber nein. Ich entscheide mich dazu, sie zu ermutigen – zum Durchhalten, sich anzustrengen, neue Ideen auszuprobieren, sich zu beraten, den Frust nicht gewinnen zu lassen. Gern möchte ich unterstützen, dass sie lernen, Neuanfänge immer wieder zu starten, das Wagnis einzugehen und Kleinigkeiten zu verändern. Vielleicht sind es beim nächsten Mal zwei Bausteine mehr, die dann reichen, um oben anzukommen. Die Freude und den Stolz zu sehen, die in den Gesichtern aufstrahlt, wenn es dann doch geklappt hat, ist ein Geschenk für mich. Gemeinsam sind wir stolz auf das Erreichte.
Wie oft fangen wir neu an? Wie lange halten wir durch, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt? Geben wir uns und anderen immer wieder eine neue Chance? Oder geben wir auf? Uns, unsere Gesellschaft, unsere Demokratie? Trauen wir uns und anderen Neuanfänge zu? Neuanfänge, die vielleicht nur ein kleines bisschen weiter gehen, die Ausdauer brauchen und Frustrationstoleranz. Neuanfänge, die anstrengend sind und wo uns manchmal die Lust vergeht.
Und doch – Neuanfänge zu wagen, gibt der Hoffnung ein Gesicht. Der Hoffnung, dass es gut weitergeht – mit jedem einzelnen von uns. Hoffnung für jeden jungen Menschen bei uns in der Kinderarche und anderswo. Hoffnung für jeden Mitarbeitenden, dass Neuanfänge und Veränderungen zu guten Erfahrungen werden. Hoffnung in unserem Land, das Miteinander und Fairness stärker sind als Ausgrenzung und Gewinnstreben.
Diese Hoffnung brauchen wir, damit ein neuer Himmel und eine neue Erde wachsen können, die menschlicher, friedlicher und vertrauensvoller sind. Gott spricht uns in der Jahreslosung zu, dass er bereit ist für Neuanfänge. In der Bibel in der Offenbarung lesen wir: Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ Spannend, dass Gott sich dieser Herausforderung stellt, immer wieder mit uns neu Wege durchs Leben zu gehen und zu gestalten. Das macht mir jedenfalls Mut für das Jahr 2026, Mut weiterzugehen und neu zu hoffen.
Petra Behner, Christliche Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“ Sebnitz