

Langeweile? Hatten wir nicht. Sommer war Kurzeweile-Zeit: mit Mini-Abenteuern im eigenen Garten, am See oder in den Bergen, Schatzsuche und Schnitzeljagden, Buden und „Mutproben“.
Der große Sommer-Abenteuer-Ratgeber
„Papa, erzähl mal, wie das früher in den Ferien war!“ Naja, was soll ich da erzählen. Früher bin ich zu den Großeltern in die Ferien gefahren. Andere waren im Ferienlager und wiederum andere Kinder waren an der Ostsee zelten. Irgendwie waren wir gefühlt jeden Tag im Freibad. Später haben wir dann selbst jeden Sommer für die Kinder ein Ferienlager durchgeführt. Da habe ich die Erfahrungen aus der eigenen Kindheit gut mit einbringen können.
Kinder entdecken jeden Tag etwas Neues. Am coolsten waren die Mini Abenteuer im eigenen Garten, am See oder in den Bergen. Wir waren auf Schatzsuche und Schnitzeljagden, haben Buden gebaut und es gab „Mutproben“ wie z.B. Barfußpfad oder Nachtspaziergänge. Irgendwie war immer was los und die Ferien waren viel zu schnell vorbei.
Langeweile? Hatten wir nicht. Sommer war Kurzeweile-Zeit. Wasserspiele, Wasserbomben, selbstgemachte Rutschen, Basteln mit Naturmaterialien... Wir waren Piraten oder Indianer. Sogar Bücher lesen macht da Spaß. Ich weiß noch, wie wir mit dem Opa in den Heidelbeeren waren – alles mit dem Fahrrad. Opa nannte es: Wir gehen auf „Fahrrad Mission“.
Die Olympiade vergesse ich nie. Bewegung & Spaß war unser Plan. Die Wochen Challenge hieß: „Jeden Tag etwas Neues“. Wir hatten eine Liste. Da haben wir alles aufgeschrieben, was wir machen wollen. Seine Wünsche – meine Wünsche, alles kam mit aufs Papier und wir hatten sofort eine Ideenliste zum Abhaken.
Später wurde aus diesem Zettel unser „Anti Langeweile Sommerbuch“. Da kamen die Geschichten und Bilder rein, die wir erlebt haben. Dieses Buch hat heute noch eine große Bedeutung für mich, weil da meine Kindheit drinsteckt und ich kann heute noch fühlen, wie es damals war.
Aus meinen Erfahrungen hier acht gute Tipps für die Sommerferien:
1. Mitbestimmung statt Vorgaben: Erstellt gemeinsam einen Wochenplan und fragt „Was willst du alles machen?“ Gebt eine Auswahl statt Anweisungen!
2. Setzt kleine, erreichbare Ziele
3. Nutzt Visualisierung: Kinder denken oft in Bildern statt in Plänen, eine coole Sommer Checkliste zum Abhaken macht Spaß! Verseht den Tagesplan mit Symbolen!
4. Macht ein Spiel daraus: „Mission des Tages“ statt Aufgabe, Timer Challenge „Beat the Clock“, Punkte sammeln für erledigte Dinge
5. Nutzt das Interesse des Kindes: Motivation entsteht, wenn es um eigene Themen geht (z.B. für ein sportliches Kind eigene „Mini Olympiade planen“, für ein kreatives Kind „Bastel- oder Malprojekt selbst organisieren“)
6. Begleitet statt kontrolliert: Kinder brauchen Unterstützung, aber keine ständige Kontrolle
7. Baut Routinen auf: morgens Plan anschauen, nachmittags Aktivität aussuchen, abends Rückblick „Was hat heute gut geklappt?“
8. Feiert Erfolge sichtbar: Motivation wächst durch Anerkennung
Kinder lieben es, wenn sie sich „groß“ und selbstständig fühlen. Und irgendwann sind sie es dann tatsächlich und es heißt wieder: „Erzähl mal, wie das früher in den Ferien war“. Ich kann es heute noch fühlen.
Enrico Kirschner, Einrichtungsleiter „Haus am Czorneboh“ Wuischke