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Nach zweieinhalb Jahren Leben in der Wohngruppe sitzt Leonie auf gepackten Koffern. Ein paar Tage nach dem Jubiläumsfest zieht sie mit Sack und Pack zu ihrem Vater nach Greiz.

Wohngruppen Lichtenstein feiern 25 Jahre

Für Leonie ist das Jubiläum unserer Wohngruppen Lichtenstein am 3. Juli zugleich ein Abschiedsfest. Nur ein paar Tage danach wird die 15-Jährige zu ihrem Papa nach Greiz ziehen. Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn natürlich freut sie sich darauf, künftig mit ihrem Vater zusammen zu leben. Andererseits blickt sie dankbar auf die Zeit in der Wohngruppe zurück.

„Ich war 13 Jahre alt, als ich in die Wohngruppe gekommen bin, und habe schon ein/zwei Monate gebraucht, um mich einzuleben“, erinnert sich das Mädchen. „Dann aber habe ich mich hier sehr wohl gefühlt und gemerkt, dass mir die Regeln, die Tagesstruktur und die Erzieher wirklich helfen.“ 

In den zweieinhalb Jahren in der WG hat sich Leonie von einem schüchternen Mädchen, das sich kaum aus dem Zimmer heraus getraut hat, zu einer selbstbewussten jungen Frau entwickelt, die weiß, was sie will. „Ich habe gelernt, mehr aus mir herauszukommen und mir nicht alles gefallen zu lassen“, schätzt sie selbst ein. „Gleichzeitig habe ich mehr Geduld, z.B. mit den jüngeren Kindern.“ 

Auch ihre Bezugserzieherin Sonja Brün bestätigt das. „Leonie hat hier Riesenfortschritte gemacht“, erzählt sie nicht ohne Stolz, „am Anfang hat sie kaum etwas gesagt und zum Schluss hat sie als Gruppensprecherin allen gesagt, wo es langgeht.“ Obwohl Sonja Brün im vergangenen Sommer nach 45 Berufsjahren in den Ruhestand gegangen ist, wird sie zur Zeugnisausgabe von Leonie am 26. Juni dabei sein und sich auch über diesen Erfolg freuen. 

Mit dem Hauptschulabschluss in der Tasche will Leonie im September eine Ausbildung zur Altenpflegerin beginnen und zugleich ihren Realschulabschluss machen. Damit fühlt sie sich gut gerüstet, künftig mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. „In der WG habe ich gelernt, Ordnung zu halten, einzukaufen und zu kochen, mit Geld umzugehen“, berichtet sie. Ihre schönsten Erinnerungen jedoch sind die gemeinsamen Ausflüge und die Ferienfahrten, z.B. an die Ostsee oder ins Gebirge. „Das werde ich nie vergessen“, sagt sie.

Ein Bild als Abschiedsgeschenk für die WG

Für das Jubiläumsfest am 3. Juli hat Leonie – quasi als Abschiedsgeschenk für die WG – ein Bild von den Wohngruppen gemalt, das als großes Willkommensplakat die Gäste begrüßen wird. „Wir planen ein fröhliches Fest für Groß und Klein“, berichtet Einrichtungsleiterin Nicole Baumann. „Jedes Kind durfte seine Eltern, Geschwister und Freunde einladen, und natürlich sind unsere Netzwerkpartner und Wegbegleiter als Gäste dabei.“

Auch Sonja Brün wird zum Jubiläumsfest in die alte Jugendherberge kommen, in dem die Wohngruppen seit August 2018 untergebracht sind. „Ich liebe dieses Haus und dieses Außengelände“, schwärmt die ehemalige Erzieherin, „es ist für die jungen Menschen mega und wirklich ein Zuhause auf Zeit, in dem sie sich wohlfühlen können.“

Neben Haus und Garten tragen dazu natürlich vor allem die pädagogischen Fachkräfte, aber auch das große Netz an Unterstützern bei, die uns in Lichtenstein zur Seite stehen. Es ist uns deshalb ein Herzensbedürfnis, das Jubiläum auch zu nutzen, um ihnen allen zu danken, dass sie junge Menschen wie Leonie auf ihrem Weg ins Leben begleiten. 

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