SpendeKnigge

Alle News auf einen Blick

Kinderrechte und ein ganz besonderer Tag

Mit dem Begriff Kinderrechte wissen inzwischen fast alle Erwachsene etwas anzufangen und auch ein Großteil unserer Hortkinder kann damit etwas verbinden. Im Kindergarten selbst ist der Begriff als solcher noch nicht allen Kindern bekannt. Dafür wissen sie aus ihrem Alltag, dass sie bei uns lernen, mitmachen, spielen und ihre Meinung äußern dürfen und dass ihnen zugehört wird, wenn sie etwas sagen möchten.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, den Kindern ihre Rechte näherzubringen – egal, ob diese bewusst und namentlich benannt oder ganz selbstverständlich im Spiel und im Alltag erlebt werden. Je nach Alter und Entwicklungsstand kommen wir mit den Kindern darüber ins Gespräch.

Kinder sollen ihre Rechte kennen, verstehen und erleben. Diese Rechte bieten ihnen Schutz, Sicherheit und die Möglichkeit, sich zu entfalten und ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Sie lernen, dass ihre Meinung zählt, dass sie wichtig sind und dass respektvoll mit ihnen umgegangen wird. Gleichzeitig erfahren sie, dass auch andere Menschen Rechte haben und respektiert werden möchten.

Ich bin wichtig und du bist auch wichtig!

Dies ist eine der bedeutendsten Grundlagen für ein soziales Miteinander.

Es geht uns nicht darum, ausschließlich Rechte und Regeln zu vermitteln. Wir möchten Kinder darin stärken, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, damit sie ihre eigenen Grenzen erkennen und Strategien erlernen, damit umzugehen. Gleichzeitig unterstützen wir sie darin zu lernen, andere zu respektieren*.

Im Alltag in unserer Einrichtung bedeutet das z. B. am Recht des Kindes auf einen eigenen Namen: Dass jeder das Recht auf einen eigenen Namen hat und darauf, mit diesem angesprochen zu werden.
Gerade im Alltag mit Kindern spielt der Name eine große Rolle. Er macht die eigene Identität sichtbar: Das bin ich, das ist mein Name. Deshalb ist es wichtig, dass Namen nicht absichtlich verunstaltet, lächerlich gemacht oder als Schimpfwörter benutzt werden.
Natürlich entstehen unter Kindern häufig Spitznamen und andere besondere Formen der Ansprache. Entscheidend ist dabei, ob sich das Kind damit wohlfühlt und damit einverstanden ist. Mit Fragen wie „Gefällt dir dieser Name?“ oder „Möchtest du so genannt werden?“ lernen Kinder, die Grenzen und Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und ihnen mit Achtung und Wertschätzung zu begegnen.

Anlässlich des Weltkindertages (20. September) gestalten wir jedes Jahr eine ganz besondere Aktion für und mit den Kindern. Dabei sollen die Kinderrechte ganz direkt im Fokus stehen. Dieses Jahr war Frau Braune mit ihrem Puzzle- Projekt bei uns. Das trägt das Motto: „Kindern eine Stimme geben“. Dabei sind 100 verschiedene Puzzleteile gestaltet worden, die mit vielen weiteren am 03. Oktober 2026 in der Petrikirche in Freiberg (Start 10.00 Uhr) ausgestellt werden. Dazu unsere herzliche Einladung!

Abschließend lässt sich sagen: Kinderrechte zählen für uns nicht nur am Weltkindertag. Uns ist wichtig, dass wir sie alle (Kinder und Erwachsene) kennen und leben. Das bedeutet für uns als pädagogische Fachkräfte, Kinder ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören, sie zu beteiligen und sie in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten, achtsamen und verantwortungsvollen Menschen zu begleiten.


Manuela Michel aus der Kita „Sonnenblumenkinder“ in Naundorf

 

* Doch was heißt eigentlich respektieren/ Respekt?

Respekt bedeutet, anderen Menschen mit Wertschätzung und Achtung zu begegnen. Dazu gehört, dass wir andere so behandeln, wie auch wir selbst behandelt werden möchten. Gleichzeitig ist es wichtig, Respekt nicht nur für sich selbst einzufordern, sondern ihn auch anderen entgegenzubringen.

Dazu gehört, dass die Gefühle des Kindes, sein Körper und seine Persönlichkeit geachtet werden. Kinder dürfen ihre Meinung äußern, sie werden ernst genommen und beteiligt und sie lernen, auch die Rechte und Bedürfnisse anderer Menschen zu achten.

Das ist ein stetiger Lernprozess, den wir im Alltag unterstützen, zum Beispiel durch:

● Wir lassen andere ausreden.

● Wir akzeptieren ein „Nein“.

● Wir benutzen den richtigen Namen.

● Wir achten die Gefühle und Grenzen der anderen.

● Wir gehen wertschätzend miteinander um.

Kinder für ihre Rechte zu sensibilisieren bedeutet deshalb auch, sie für ein friedliches, wertschätzendes und respektvolles Zusammenleben zu stärken. Denn wer die eigenen Rechte kennt und gleichzeitig die Rechte anderer achtet, kann lernen, selbstbewusst, achtsam und verantwortungsvoll miteinander umzugehen.

 

Exkurs Kinderrechte:
Die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention sind geltendes Rech.
Seit 1989 sind die Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Die Konvention umfasst 54 Artikel und wurde 1992 von Deutschland ratifiziert.

Zum besseren Verständnis werden die Kinderrechte in der pädagogischen Arbeit häufig in zehn grundlegende Kinderrechte zusammengefasst:

1. Recht auf Gleichheit
2. Recht auf Gesundheit
3. Recht auf Bildung
4. Recht auf Spiel und Freizeit
5. Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung
6. Recht auf Schutz vor Gewalt
7. Recht auf Schutz vor Ausbeutung
8. Recht auf elterliche Fürsorge
9. Recht auf eine eigene Identität und einen Namen
10. Recht auf besondere Fürsorge bei Behinderung

(Der Text ist KI- unterstützt formuliert.)

Newsletter

Erhalten Sie regelmäßig Informationen zur Kinderarche Sachsen e.V.