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Tiere in der Kita...

Seit längerer Zeit habe ich mich mit dem Thema: „Tiere in der Einrichtung“ befasst. Ich besitze selbst zwei Hunde und zwei Kater. Meine jüngste Tochter wächst mit ihnen auf. Sie lernt dabei, dass unsere tierischen Mitbewohner auch Arbeit machen, z.B. tägliches Füttern, die Katzentoilette reinigen, mit den Hunden spazieren gehen, die Fellpflege und die sich die Zeit zu nehmen, sich mit ihnen zu beschäftigen. 

Wie sieht es damit nun in der Kita/ Hort aus?  
Sind Tiere zusätzliche Arbeit für die pädagogischen Fachkräfte?
Sind diese aus deren Sicht wertvoll für die Kids im Alltag? Können sie bei bestimmten Symptomkomplexen der Kinder was bewirken bzw. unterstützen?  
Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass viele Kitas in Sachsen dieses Modell praktizieren. Als dauerhafte Haustiere sind häufig Kleintiere und Nager, Insekten oder Tierchen in Aquarien und Terrarien, Nutztiere und Hunde vertreten. 
Natürlich sind alle Tiere ein Mehraufwand an Arbeit für die Fachkräfte, darunter zählen die Versorgung der Tiere, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Berücksichtigen muss man dabei auch Allergien oder Ängste einzelner Kinder. Ebenfalls ist es wichtig, die Aufsicht der Kinder im Umgang mit den Tieren im Blick zu haben.
Die Tiere können krank werden, benötigen regelmäßige Impfungen. Somit ist ein Tierarztbesuch unausweichlich, der auch Kosten mit sich bringt. Es fallen monatliche Zusatzkosten an, je nach Geschöpf sollte das nicht unterschätzt werden. Außerdem brauchen Fachkräfte zusätzliches Fachwissen über Tierhaltung und tiergestützte Pädagogik. 
Tiere in der Kita können einen positiven Effekt auf Kinder haben – emotional, sozial, sprachlich und sogar körperlich. Kinder entwickeln oftmals mehr Empathie und Mitgefühl. Besonders schüchterne Kids öffnen sich im Kontakt mit dem Tier häufiger. Sie nehmen die Sprösslinge an, so wie sie sind. Dabei können die Tiere beruhigend auf die Kinder einwirken und Stress oder Ängste reduzieren. Die gemeinsame Versorgung der Tiere fördert die Rücksichtnahme, Teambereitschaft und dass die Kids Verantwortung zu übernehmen. Ebenfalls werden, wenn Tiere präsent sind, in den meisten Fällen Konflikte ruhiger gelöst.
Selbst die Sprachentwicklung kann sich bei einigen verbessern. Es werden mehr Fragen gestellt und Erlebnisse erzählt, somit wird die Kommutation gefördert und der Wortschatz ausgebildet. Die meisten Kinder erzählen ihren Kummer, oder lesen den Tieren vor. Tiere lachen keinen aus, somit können Hemmungen abgebaut werden. 
Ebenso werden die Feinmotorik und Wahrnehmung gefördert. Durch streicheln, füttern oder vorsichtiges Halten entwickeln die Kinder oft früh ein Verständnis für Lebewesen und deren Bedürfnisse.  
Wichtige Aspekte für unsere Kinder sind, dass Tiere auf sie reagieren und ihnen vertrauen. Das Selbstbewusstsein wird gestärkt, denn kleine Aufgaben rund um das Tier stärken das Gefühl: „Ich kann was.“

Unsere Kinder aus der Kita „Sonnenblumenkinder“ durften die Erfahrung fabrizieren. In der Krippe haben wir Raupen zugesehen wie sie ihre Mahlzeiten einnahmen. Ebenso durften wir dabei zuschauen wie die Raupen sich fest hängten und eine schützende Hülle um sich herum bildeten. In dieser „Verpackung“ veränderte sich ihr Körper langsam. Nach einiger Zeit brach die Hülle auf, und ein fertiger Schmetterling kam heraus. Als seine Flügel getrocknet waren, konnte er fliegen. Die Schmetterlinge wurden artgerecht mit einen lachenden, aber auch weinende Auge in die Freiheit entlassen. 
Bei unseren wöchentlichen Waldtagen sehen wir, je nach Wetterlage, unterschiedliche Tiere. Bei feuchtem Wetter bewundern wir viele Schnecken und Regenwürmer. Sogar im hauseigenen Terrarium ließen sie sich beobachten.
Über den Wiesen fliegen verschiedene Vögel, Schmetterlinge und Insekten, auf die wir achtgeben. Diesen Sommer haben wir selbst Marienkäfer aufgezogen.
So erproben wir den Umgang mit Haustieren auf unsere ganz eigene Weise. Denn die Entscheidung Tiere dauerhaft in der Kita/ im Hort zu integrieren, muss wohl bedacht sein und liegt bei den Einrichtungen und deren Trägern.

Silke Müller aus der Kita „Sonnenblumenkinder“ in Naundorf

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