„Auf (m)einer Spur: Mädels unterwegs“

16. Juli 2018

Auch dieses Jahr veranstaltete die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) Reichenbach in den Sommerferien ein ganz tolles Projekt. Gemeinsam mit der SPFH Adorf der AWO Reichenbach gab es ein „Mädelsprojekt“: Zum Start am Dienstag versammelten sich sieben Mädchen, die sich zum Teil schon kannten bzw. sich auch völlig unbekannt waren, voller Vorfreude am Bahnhof in Adorf. Bei herrlichstem, warmem Wetter ging es bepackt mit Rucksäcken und Proviant für den Tag los. Bereits die Anfahrt wurde von den Mädchen für ein erstes Kennenlernen genutzt. Nach einer Eröffnungsrunde mit Gruppenbild und dem ersten Spiel zum Erlernen der Namen ging es dann auf Wanderschaft.

Auf dem ersten Teilstück noch sehr zaghaft und später dann immer aufgeweckter, kamen die Mädchen ins Gespräch. Die Strecke führte uns zunächst durch den Wald, wo immer wieder Bänke und überdachte Sitzgruppen zum Verweilen einluden. Hier wurde bei einem Mädel bereits eine erste Stärke sichtbar – wir tauften sie die Bankfinderin. Die Pausen nutzten wir, um uns gegenseitig besser kennenzulernen bzw. immer wieder zum Trinken bzw. zur kleinen Stärkung. Eine kleine Wegstrecke schickten wir jedes Kind einzeln, um zu sich zu kommen und zu überlegen, was sich jeder für die drei Tage wünscht. In einer anschließenden Reflektionsrunde ergab es sich, dass die Mädchen vor allem Spaß haben wollen und sich ein gutes Miteinander wünschen.

Nach etwa neun Kilometern und etwa vier Stunden Laufzeit mit bereits ganz vielen Naturerlebnissen (Massen von Schmetterlingen, wunderschöne und abwechslungsreiche Natur) im Gepäck erreichten wir am Nachmittag unseren Platz an der Schule in Krebes, wo wir unser Lager für zwei Nächte aufschlugen. Als das Ziel der Wanderung sichtbar wurde, blieb eines der Mädchen stehen und rief vollen Begeisterung aus: „Dafür hat sich der lange Weg gelohnt!“

Auf der Wanderung hatten sich bereits Zeltgemeinschaften gefunden, so dass nach einer kleinen Stärkung sofort der gemeinsame Aufbau der Zelte beginnen konnte. Im Anschluss bereiteten wir uns dann zum ersten Mal eine gemeinsame Mahlzeit über offenem Feuer zu. Dabei verteilten wir die notwendigen Aufgaben, so dass jeder seinen Teil beitrug. Voller Appetit wurden die Nudeln mit Tomatensoße im Anschluss verspeist. Der Tag endete gegen 22.00 Uhr nach einem gemeinsamen Rückblick auf den Tag. In der ersten Nacht schliefen alle eher wenig, da das Schlafen im Zelt für die Mädchen ungewohnt und die Aufregung noch ziemlich groß war.

Am zweiten Tag machten wir uns nach dem Frühstück erneut auf den Weg in die Natur des wunderschönen Burgsteingebietes. An der Kienmühle verbrachten wir den Tag zunächst mit einem ausführlichen Fußbad im Bach und danach mit einem ausgedehnten gemeinsamen Mittagessen. Weiter ging es dann sehr kreativ – die Mädchen schnitzten kleine Kunstwerke aus Rinde. Die ganze Zeit über ergaben sich immer wieder kleine Wunder der Natur – die Mädchen entdeckten viele Tiere und Pflanzen. Wir alle genossen die Zeit der Ruhe und des Zur-Ruhe-kommens. Zurück in unserem Zeltlager bereiteten wir erneut eine gemeinsame Mahlzeit über dem offenen Feuer zu. Zum Tagesausklang kam es dann noch zur großen Ordensverleihung „Mädelsprojekt 2018“. Jedes Mädchen erhielt feierlich den Button angesteckt und so eine weitere Erinnerung an drei tolle Tage mit nach Hause. An diesem Abend wurde außerdem deutlich, wie gut die Mädels sich inzwischen verstanden und wie sehr sie auch gegenseitig Heimweh lindern konnten. Die nun folgende zweite Nacht im Zelt schliefen alle wesentlich besser.

Der leider schon letzte Tag des Projektes begann relativ zeitig mit dem Abbau unseres Zeltlagers. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück machten wir uns erneut zu Fuß auf den Rückweg. Der Weg führte uns von Krebes über Ruderitz und Geilsdorf nach Pirk. Unterwegs genossen wir erneut die wunderschöne Natur, motivierten uns gegenseitig zum Wandern, tanzten miteinander, lachten ganz viel, tauschten uns aus und sorgten gemeinsam für unser leibliches Wohl. Ein aufziehendes Gewitter brachte sehr deutlich zum Vorschein, wie eng die Gruppe in den drei Tages zusammengewachsen war. Als es plötzlich anfing zu regnen, kuschelten wir uns zunächst zu neunt unter zwei Schirme und später unter einen Felsvorsprung. Jeder achtete auf jeden und so ging es dann auch ohne Murren bei immer noch Regen weiter, weil die Zeit doch etwas drängte.

Kurz vor dem Bahnhof in Pirk hörte es dann auf zu regnen, so dass wir unser letztes gemeinsames Picknick auf dem Bahnsteig einnehmen konnten. Dort durfte sich jeder Teilnehmer eine Karte aussuchen, im Anschluss schrieb jeder für jeden eine gesehene Stärke oder einen Dank darauf, so dass zum Schluss jeder acht positive Gedanken mit nach Hause nehmen konnte. Die dann folgende Rückfahrt nach Adorf nutzten die Mädels dann, um Telefonnummern auszutauschen – die neuen Freundschaften wollen gepflegt werden. Am Bahnhof in Adorf kam es dann zur großen Verabschiedung, wo doch ganz viel Wehmut deutlich wurde, dass die drei Tage viel zu schnell vorbei waren, alle die Zeit aber genossen haben.