Lichtenberger Kinder machen Urlaub in Travemünde

02. August 2018

Unser Bus voller urlaubshungriger Kinder setzte sich am 16. Juli vor dem Kinderheim in Lichtenberg in Bewegung. Die Mädchen und Jungen der Wohngruppe 1, begleitet von zwei Betreuern und einer Praktikantin, wollten so gerne die Ostsee sehen und den Schulstress des vergangenen Jahres im kühlen Wasser abwaschen. Der Weg bis zum Urlaubsdomizil in Travemünde schien unendlich lang, schließlich waren über 550 Kilometer zurückzulegen. Endlich angekommen, waren wir für die kommende Woche in einem historischen Salonwagen des Eisenbahner Sportfischervereins, der zur Herberge umgebaut wurde, untergebracht. „Cool, ich habe noch nie in einem Zug geschlafen“, sagte Felix und auch die anderen aus der Gruppe waren begeistert. Das die etwas engen Abteile, sowie teilweise harten Matratzen nicht jedem gefallen würden, war zu dem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Die folgenden Tage waren ausgefüllt mit allerlei bunten Programmpunkten. Den Auftakt bildete ein langer Strandtag. Sonnen, schwimmen, Sandburgen bauen, im Sand einbuddeln, lesen, oder einfach auch nur faulenzen standen auf dem Programm und jeder tat was ihm gefiel. Tags darauf besichtige die Gruppe die mittlerweile zum Museumsschiff umfunktionierte Viermastbark "Passat", einen ehemaligen Frachtsegler, einer der letzten seiner Art. Für alle Kinder war es das erste Mal, an Bord eines so großen Segelschiffes zu gehen. Die Takelage, die Kojen, die engen Gänge und der Frachtraum, alles wurde in Augenschein genommen und so manches ausprobiert. Hier konnte jeder einiges über das oft sehr harte Leben eines Seemanns erfahren. Im Anschluss fand noch ein kurzer Strandnachmittag statt.

In den folgenden Tagen besuchten wir Karls Erdbeerdorf, die historische Altstadt von Lübeck mit ihrem berühmten Holsteiner Tor und Deutschlands ältesten Leuchtturm in Travemünde. Auf besonderen Wunsch vieler stand gegen Ende der Ferienwoche noch ein Ausflug an die Nordsee auf dem Plan. Trotz der langen Fahrt ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, wenn man schon einmal im Norden ist, die Nordsee zu erleben. Etwas südlich von St. Peter Ordingen kam der Bus zum Stehen. Doch wo war das Wasser? Es war Ebbe. Also nix wie Schuhe aus und barfuß raus auf das Watt. Doch "watt" war das? Es fühlte sich ganz schlammig, ja schlierig an, gar nicht so wie ein Sandstrand. Es gibt halt solche und solche Stellen an der Nordsee. Doch wie sich das Watt an den Füssen anfühlt, wie der Meeresboden aussieht wenn das Wasser zurückgelaufen ist, konnte hier hautnah erlebt werden. Muscheln lagen verstreut herum und in manchen Untiefen sanken einige Kinder, aber auch Erzieher knietief ein. Nur Dominik wagte sich mit Herrn Heger und Frau Zimmermann bis ganz vor zum Wasser und wurde dort mit dem Anblick eines Seehundes belohnt, der aber kurz darauf die Flucht ergriff.

Die letzten zwei Tage in Travemünde herrschte ein reger Trubel. Unzählige Schiffe, große und kleine, viele Verkaufsstände an der Strandpromenade und Livemusik am Abend signalisierten den Beginn der diesjährigen Travemünder Woche. Am letzten Tag konnte die Gruppe am Strand liegend oder im Wasser schwimmend einer Segelregatta zuschauen und das bunte Treiben in der Stadt miterleben. Doch am Folgetag musste die Heimreise angetreten werden. Somit endete für die Kinder und Erzieher der Wohngruppe 1 aus Lichtenberg die Travemünder Urlaubswoche, eine Woche voller Erlebnisse, eine Woche aus einer Mischung von Relaxen am Strand und verschiedener spannender und lehrreicher Aktionen.