Wohngruppe Niederbobritzsch erhält Preis für Respekts-Projekt

28. März 2018

„Aus alt mach neu“ war das Motto der Osterferien 2017 in der Wohngruppe Niederbobritzsch. Zusammen mit ihrem Hausmeister haben die fünf Kinder und Jugendlichen aus einem alten Schuppen ein Hochbeet gezaubert, Gemüse und Kräuter angepflanzt und im Herbst die erste eigene Ernte eingefahren. In den Herbstferien lernten sie verschiedene Stationen der Lebensmittelgewinnung kennen, besuchten einen Kuhstall und eine Schweinezuchtanlage, machten bei der Kartoffel- und der Apfelernte mit.

Für dieses Projekt zum respektvollen Umgang mit Lebensmitteln hat die Wohngruppe Niederbobritzsch jetzt einen Preis in Höhe von 350 Euro erhalten. Zur feierlichen Preisübergabe am Montagnachmittag mit Vorstand Matthias Lang und HzE-Fachbereichsleiter Henry Weyhmann erinnerten sich die Kinder und Jugendlichen noch einmal an die Aktionen im Laufe des vergangenen Jahres. „Wir essen jetzt weniger Fleisch“, erzählt zum Beispiel der 16-jährige Jörg, „dafür mehr Käse und Gemüse.“ Vom eigenen Hochbeet schmeckt das natürlich besonders lecker, beteuern auch die anderen Kinder. Petersilie, Schnittlauch, Kohlrabi und Zucchini haben sie im Herbst geerntet und mit Genuss verspeist.

„Die Gurken waren leider verfehlt“, berichtet der elfjährige Ian mit Bedauern. Nicht zuletzt deshalb wollen sich die Kinder vom Preisgeld jetzt ein Gewächshaus kaufen und dort dann auch Tomaten und Gurken anbauen. Außerdem wollen sie neue Pflanzen für ihr Hochbeet kaufen und einen Ausflug in eine Käserei finanzieren. 

Zum Hintergrund:

„Respekt!“ hieß es im vergangenen Jahr in zahlreichen Kinderarche-Einrichtungen. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins gab es nicht nur einen Fachtag unter dem Motto „Ungehorsam, ungehobelt, ungezogen: Mit Respekt wär‘ alles gut …?!“ Auch die Kinder und Jugendlichen in den Kitas, Wohngruppen und Mutter-Kind-Häusern setzten sich in vielfältiger Weise mit einem Thema auseinander, das ihr Zusammenleben und den Umgang mit ihrer Umwelt Tag für Tag prägt.

Die beeindruckenden Ergebnisse der insgesamt 23 Projekte begutachtete eine hochkarätig besetzte Jury, in der Diakonie-Direktor Christian Schönfeld, MDR-Redakteurin Ines Meinhardt, Simone Olma vom Landesjugendamt, Gisela Härtelt und Rosita Rewny als ehemalige Kinderarche-Mitarbeiterinnen, zwei Kinder aus dem Hort des Christlichen Kinderhauses „Guter Hirte“ und zwei Mädchen aus dem Integrativen Familienwohnen vertreten waren. In drei Kategorien kürten die Jury-Mitglieder acht Preisträger, die als Prämie jeweils 500 bzw. 350 Euro für weitere Projekte in den Einrichtungen erhalten. Für alle Einrichtungen, die nicht unter den Preisträgern sind, reicht der Verein eine Aner­kennung in Höhe von 100 Euro aus, weil jedes einzelne Projekt wertvoll und preiswürdig ist.