Kinderarche Sachsen e.V.

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Ahoi Nordsee, Moin Otterndorf!

13. August 2021

Nachdem v.a. die jüngeren Bewohner unserer Gruppe aus lauter Vorfreude ihre Rucksäcke beständig ein-, aus- und umpackten, war es am Morgen des 1. August endlich soweit: Die WG 1 „Hauptstraße“ aus Markkleeberg brach auf ins Feriencamp Otterndorf an der Nordsee. Direkt hinter einem Deich gelegen und mit fantastischem Blick auf die Elbmündung sowie das Wattenmeer wurde bei uns direkt bei der Ankunft die Lust auf Erkundungstouren geweckt.

Doch zunächst hieß es, unsere Unterkunft „Südstadt – Bult“ zu beziehen. In dem großzügig angelegten Lager konnte jedes Kind ein eigenes Zelt beziehen. Zudem verfügten wir über ein riesiges Gemeinschaftszelt – später aufgrund der guten Ausstattung sowie der Gemütlichkeit darin von den Kindern auch als „Küche“ bzw. „Wohnzimmer“ bezeichnet.

Nachdem der Bus entladen und das Gepäck verstaut war, besuchten wir zunächst den weitläufigen Spielplatz inmitten des Camps. Wir testeten die Seilbahn, die Rutschen sowie Wippen und Schaukeln, kletterten auf Piratenschiffe oder hangelten uns an deren Relings entlang. Auch die Wasserlandschaft fand viel Anklang v.a. bei unseren Jungs. Am Abend fielen dann alle erschöpft und glücklich in ihr „Bett“, wobei auch dies eine neue Erfahrung für unsere Kinder war. Schließlich war dies die erste Ferienfahrt, in welcher die Kinder tatsächlich in Zelten inkl. Schlafsäcken, statt in herkömmlichen Herbergen mit richtigen Betten schliefen.

Am Morgen des zweiten Tages wurden wir – wie in den darauf folgenden Tagen auch – von fröhlicher Musik geweckt. Nach einem überaus leckeren und reichhaltigen Frühstück verschafften wir uns einen genaueren Überblick über die Angebote des Camps: So entdeckten wir eine Minigolfanlage, Werk- und Bastelräume, zahlreiche Fuß-, Volleyball- und Basketballplätze, ein Tonstudio, Tischtennisplatten, Billardtische und vieles mehr.

Nach dem Mittag wiederum nutzten wir das sonnige Wetter für eine Abkühlung im See, bewiesen unsere Schwimmkünste und durften fortan auch die Wassersportangebote des Camps nutzen. Einem Mädchen gelang sogar das Kunststück, ganz nebenbei ein paar Fische mit ihrem Badeanzug zu fangen.

Am Nachmittag erkundeten wir bei einem Spaziergang entlang des Deiches die nähere Umgebung. Da dies gerade mit der Ebbe einherging, wurden natürlich zahlreiche Muscheln, Krebse und anderes Getier begutachtet und teils gesammelt.

Der dritte Tag startete zunächst auf dem Wasser. Während manche Jungs schon geübt im Paddeln mit Kanus waren und diese Herausforderung mit Bravour meisterten, war es für andere das erste Mal in einem solchen Gefährt. Doch auch sie zeigten im Laufe der Zeit immer mehr Geschick und waren mit Freude dabei.

Wen doch die Kraft verließ, der wurde von seinen Mitstreitern „abgeschleppt“ oder wechselte auf ein Tretboot. Am Nachmittag erweiterten wir unsere Erkundungstour. Mit ausgeliehenen Fahrrädern besichtigten wir die „Dicke Berta“ – einen kleinen Leuchtturm am Altenbrucher Deich, der zwar bereits seit 1983 nicht mehr in Betrieb, jedoch den Cuxhafenern sehr ans Herz gewachsen ist sowie weiterhin ein beliebtes Ausflugsziel darstellt.

Am vierten Tag besichtigten wir die Stadt Cuxhafen sowie ihre beeindruckende Hafenlandschaft. Besonderen Eindruck hinterließen dabei die vielen Segelboote sowie die riesigen Containerschiffe. Zudem wuchs dabei in uns der Wunsch, auch einmal selbst in See zu stechen, weshalb wir uns für den Folgetag gleich für eine Schifffahrt zu den Seehund-Bänken anmeldeten.

Mit dem Motorschiff MS „Jan Cux II“ der Reederei Narg fuhren wir alsbald aufs Meer. Dabei mussten wir einigen Mut beweisen, denn kurz vor der Abfahrt wich das zuvor sonnige Wetter einem gewaltigen Wolkenbruch und erlebten wir die windig-frische Seite des Lebens am Meer. Doch unsere Kinder ließen sich davon nicht abschrecken und trotzten allen möglichen Gefahren. Belohnt wurden sie mit einem fantastischen Blick auf die Seehunde, denen der Regen so gar nichts ausmachte. Während sich die einen augenscheinlich von den Strapazen des Tages zu erholen schienen, vollführten die anderen nebenbei ein kleines Sportprogramm. Fast wirkte es, als winkten sie den neugierigen Besuchern zu. Nebenbei erfuhren wir auch viel Wissenswertes über das Leben der Seehunde, das Wattenmeer sowie über die Nordsee an sich. Zum Schluss erhielten unsere Kinder ihre wohlverdienten Piraten-Urkunden.

Mit Schrecken stellten wir am sechsten Tag fest, dass der Urlaub schon fast wieder vorbei ist. Also nutzten wir noch einmal ausgiebig die Angebote des Camps: Erneut begaben wir uns in die Kanus und Tretboote – hierbei konnten beeindruckende Trainingserfolge verzeichnet werden, ebenso beim Tischtennis-Spielen. Am Nachmittag freuten wir uns auf Spiel und Spaß mit der Feuerwehr. Leider drohte uns dabei das Wetter einen Strich durch die Rechnung zu machen. Da unsere Kinder jedoch nach einer knappen Woche „in der Natur“ recht gut abgehärtet waren, entschieden wir uns, den widrigen Umständen zu trotzen und dem Regen die Stirn zu bieten. So erfuhren wir viel Wissenswertes über den Alltag und die Technik der Feuerwehrmänner, durften selbst einmal mit dem Feuerwehrauto mitfahren und sogar austesten, wie viel Kraft man benötigt, um den Feuerwehrschlauch im Brandfall halten zu können.

Am Morgen des siebten Tages sorgten wir dafür, dass dieser wunderschöne Urlaub noch lange in unserem Gedächtnis bleiben wird, indem wir uns T-Shirts mit Motiven des Sommer-Camps bedruckten. Am Nachmittag besuchten wir das Hallen- und Freibad Wingst. Neben der 100 Meter langen Riesenrutsche gab es dort auch 1m-, 3m- und 5m-Springtürme, von welchen sich unsere Kinder mutig hinabstürzten. Leon berichtete danach stolz, seine Höhenangst nun überwunden zu haben.

Der Abschied vom Ferien-Camp mit seinen vielfältigen Beschäftigungsangeboten sowie den überaus netten Mitarbeitern fiel allen Kindern sehr schwer. Kevin entschied schon einmal für die Gruppe, dass wir nächstes Jahr wieder hier hinfahren werden.

Doch zunächst stand uns noch die Heimreise bevor. Auf dieser machten wir noch einen Zwischenstopp im „Zoo am Meer“ in Bremerhaven. So konnten wir beispielsweise Pinguine, Robben, Eisbären, aber auch Pumas oder Fische beobachten. Das Faszinierende dabei war, dass die Tiere dabei teils nur wenige Zentimeter und lediglich mittels einer Glasscheibe von uns entfernt waren.

Wir bedanken uns bei den super freundlichen, immer auf unser wohl bedachten Camp-Mitarbeitern sowie den vielen Spendern, die uns diesen herrlichen, erlebnisreichen Urlaub ermöglicht haben!