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„Am Ende ist Veränderung wunderbar“

25. November 2020

Als Sonja Dietrich vor 36 Jahren ihren Dienst im Kinder- und Jugendheim Crimmitschau antrat, war Kati Franke gerade einmal sechs Jahre alt. Damals konnte das junge Mädchen nicht ahnen, dass es eines Tages den Staffelstab von Sonja Dietrich übernehmen würde. Genauso ist es aber gekommen: Seit 1. September 2020 ist die 42-Jährige die neue Einrichtungsleiterin unseres Kinder- und Jugendheims Crimmitschau. Wer aber ist die neue Frau auf der Kommandobrücke der Kinderarche in Crimmitschau?

Geboren im thüringischen Gera blickt Kati Franke bereits auf ein bewegtes Leben zurück. Nachdem sie sich zunächst mit kaufmännischem und handgeschriebenen Bilanzen beschäftigt hatte, zog es sie zur Arbeit mit Menschen hin. Über ein Kita-Praktikum und das Fachabitur kam sie zum Studium der Sozialpädagogik in Leipzig. Nach Jahren im Jugendamt wurde sie von einer innovativen Freiberuflerin inspiriert, mobil in Kindertagestätten für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf unterwegs zu sein. Zuletzt arbeitete sie in intensivpädagogischen Wohngruppen in Bayern, als ihr Interesse für die Leitungsstelle in Crimmitschau geweckt wurde.

„Die Leitungsposition ist eine schöne Herausforderung, die ich gern annehme“, sagt die Mutter zweier fast erwachsener Kinder. Eingestellt zum Januar 2020 als stellvertretende Einrichtungsleiterin hatte sie ausreichend Zeit für eine intensive Einarbeitung. Sie konnte die vier Häuser mit den 39 Kindern und Jugendlichen sowie das Team aus 34 Mitarbeitenden gut kennenlernen, sich mit Haushaltplanung und Personalführung vertraut machen. „Meine größte Angst war es, die gesamte Verantwortung bis ins letzte finanzielle Detail allein tragen zu müssen“, gesteht die Sozialpädagogin, „aber ich habe schnell gemerkt, dass es einen super Rückhalt von Vorstand und Fachbereichsleitung gibt.“

Sie weiß, dass sie sich in Crimmitschau auf ein tolles Team mit viel Eigenverantwortung verlassen kann. „Dieses Team gut zu begleiten, sehe ich als meine wichtigste Aufgabe“, sagt sie. Um auch den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu halten, ist sie jeden Monat einmal in jeder Gruppe zum Abendbrot dabei. „So bleibe ich am Alltag nah dran und sehe, welche Themen gerade wichtig sind.“

Ihre Motivation ist über all die Jahre das Glück, von den Kindern aus die Welt zu sehen. „Ich betrachte es als die hohe Kunst meiner Arbeit als Leitung, Pädagogen dabei in die Mitte zu nehmen, ihnen alle Unterstützungen zur Begleitung wie Supervision und Psychohygienemittel zu ermöglichen, damit sie sich immer wieder auf die Kinder zu bewegen können.“

Derzeit macht Kati Franke eine Zusatzausbildung zur Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin. Und sie sagt, dank ihres Professors für Neurobiologie sei ihr jetzt ein Licht aufgegangen: dass nämlich nicht das Sicherheitsbedürfnis der Menschen überwiegt (außer z.B. nach Kriegserlebnissen), sondern der Wunsch nach Veränderung. In diesem Sinne formuliert sie als ihr Lebensmotto: „Am Anfang ist Veränderung furchtbar. In der Mitte ist Veränderung chaotisch. Am Ende ist Veränderung wunderbar.“