Drei Jahre Kooperation „Auf Augenhöhe“ – Zeit für eine Bilanz

16. Juni 2020

Seit dem Jahr 2017 realisieren die beiden christlichen Kindergärten Klíček im tschechischen Rumburk und „Unterm Regenbogen“ in Sebnitz das gemeinsame Projekt „Auf Augenhöhe – du und já, ich und ty“. Wir haben drei überwiegend von EU-Fördergeldern finanzierte Schuljahre gemeinsam verbracht und treten bald in eine neue Etappe ein. Im August endet die finanzielle Unterstützung durch die EU. Ab September 2020 wird es keine zusätzlichen Personalstunden mehr geben. Wir sind herausgefordert zu entscheiden, wie unsere Partnerschaft stetig weitergeführt werden kann. Es ist für uns eine Zeit des Umsehens, der Planung und auch der Überlegung darüber, was der vergangene Zeitraum für uns bedeutet hat und was er uns gebracht hat. Tereza Chrbolkova aus Rumburk erinnert sich, was das Projekt „Auf Augenhöhe“ ausgezeichnet hat:

Als wir im Jahr 2013 den christlichen Kindergarten Klíček bei der Rumburker evangelischen Kirchgemeinde gegründet haben, waren wir uns bewusst, dass wir zusammen mit einer angenehmen und sicheren Umgebung vor allem eine liebevolle Atmosphäre von Anerkennung und Respekt in unserem Kindergarten schaffen wollen. Unser Vorhaben war, den Kindern und ihren Eltern eine auf den christlichen Prinzipien und Werten angelegte Alternative anzubieten.

Wir haben geplant, dass wir unser Bildungsangebot im Laufe der Zeit auch um Kontakte mit der deutschen Umgebung und der Sprache bereichern möchten. Unsere an der Grenze liegende Lage und persönliche Kontakte haben mitgespielt. Als sich der Betriebsablauf setzte und wir unsere Kräfte nach dem schweren Aufbau regeneriert hatten, fingen wir mit der Suche nach einem passenden Partner für unser Vorhaben an. Je länger diese Suche gedauert hat, desto klarer war uns, dass wir von den Prinzipien, die den Grund unserer Arbeit darstellen, nicht zurücktreten wollen.

Wir haben gefühlt, dass unser Partner aus den gleichen ideologischen Wurzeln der Menschlichkeit und einem feinfühlenden Verständnis für jede Kinder- und Menschenseele ausgehen muss. Aus früheren Kontakten haben wir gewusst, dass es so einen geistesverwandten Partner potenziell in Sebnitz gibt, doch es kam uns zu weit vor. Zum Schluss haben wir verstanden, dass es bei der Suche nach einem richtigen Partner lohnt, die Entfernung zu bewältigen. Nach solchem Partner, mit dem wir uns und unsere Kinder in Freundschaft, ohne Rücksicht auf Alter, Größe, Sprachbarriere, Herkunft, Hautfarbe, Charakter oder sonst etwas treffen können. Denn auf Augenhöhe, auf der Ebene eines unverstellten Kinderblickes, ist das alles Grund zur Freude und zum Staunen über die Vielfalt des Lebens.

Dieser Text entsteht in der Zeit, in der uns die Quarantäne-Vorkehrungen verbieten, von uns geplante gemeinsame Treffen zu realisieren. Das tut uns sehr leid. Wir wissen aber, dass diese Pause unsere Partnerschaft nicht schwächen wird. Insgesamt haben wir in den drei Jahren über 30 gemeinsame Veranstaltungen für Kinder organisiert. Die Weiterführung des Projektes haben wir konzeptionell verankert und Abläufe etabliert, die auch weiterhin unser Miteinander möglich machen – mit sechs Treffen pro Jahr und einigen besonderen Aktionen. So sind wir vorbereitet auf die Zeit, in der wir uns wieder treffen können. Auf Augenhöhe, wie sonst.