12. Kita-Fachtag: Ein bunter Tag aus und für die Praxis

19. November 2018

„Es war einer der kurzweiligsten und schönsten Pädagogischen Tage“, resümierte eine Teilnehmerin den 12. Kita-Fachtag der Kinderarche Sachsen. Etwa 145 Mitarbeitende der 13 Kinderarche-Kitas waren am Samstag für fachlichen Input und Austausch in Dresden zusammengekommen. Praxisnähe war das besondere Credo des Tages, was sich in doppelter Hinsicht erfüllte. Denn 10 der 15 Workshops wurden von Pädagoginnen und Pädagogen aus den Einrichtungen der Kinderarche Sachsen gestaltet und ermöglichten so einen guten Einblick in ein Stück Arbeitsweise der jeweils anderen Kita.

Aber auch die Themen an sich spiegelten die methodische Vielfalt der Kita-Arbeit wider. So ging es von Beteiligung der Kinder über Sprachförderung, Zusammenarbeit mit Eltern, Bewegung, Feste, künstlerisches Gestalten im Malspiel bis hin zur Stärkung der Kinder im „Freunde-Programm“, Umgangsstrategien mit Verhaltensauffälligkeiten, Aufsichtspflicht und Fachaustausch zur Förderplangestaltung nach ICF-CY.

Gelingen konnte so ein bunter Blumenstrauß an Angeboten aufgrund der enormen fachlichen Entwicklung, die in allen Kinderarche-Kitas in den letzten Jahren hinzugewonnen wurde. Die Teilnahme an den Projekten Bundesprogramm Sprach-Kita oder „Kinder stärken“ sowie Fachwissen aus zahlreiche Weiterbildungen wie Elternbegleitung oder Bewegung nach Pickler und Hengstenberg flossen so in den Tag mit ein.

Dass Jens Hoffsommer, Leiter der Regionalstelle der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Sachsen, kurzfristig zusagen und den Fachtag mit bereichern konnte, freute Barbara Gärtner, unsere Kita-Fachbereichsleiterin, besonders. Das erst im Mai 2018 erschienen Buch „Was Kinder wollen und warum wir darauf hören sollten“ war Inhalt seines Vortrages (hier zum Download). Darin nahm er alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit, die Kita-Welt aus Kindersicht zu betrachten und ihre Wünsche nach Gemeinschaft und Autonomie, Selbständigkeit und sich auskennen können, Bewegung und „Magischen Momenten“ wahr- und ernstzunehmen. In den Workshops konnten diese Aspekte wunderbar aufgenommen werden. Und vertiefen können alle Teams die Qualitätskriterien aus Kindersicht – mit diesem Buch, das in jeder Einrichtung vorliegt.

Zum Abschluss der Veranstaltung berichtete Barbara Gärtner über aktuelle Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene, die in den nächsten Jahren weiter zu Verbesserung der Rahmenbedingungen beitragen können. Dass nun endlich eine Anerkennung der Vor- und Nachbereitungszeit – oder mittelbar pädagogischer Arbeitszeit – ansteht, hob sie besonders hervor und betonte, dass in den Kitas der Kinderarche Sachsen solche Arbeitszeiten ja bereits anerkannt würden (hier zum Liga-Positionspapier).

Auf die Bedeutung dieser Entwicklung hatten indes alle Einrichtungen mit großen Unterschriftensammlungen und einem Brief an die CDU-Fraktion aufmerksam gemacht (hier zum Download). Das kleine kinderarche-interne Preisausschreiben dazu gewannen das Naturkinderhaus Mulda und das Ökumenische Kinderhaus in Radebeul mit den meisten Unterschriften. Ein herzlicher Glückwunsch geht an diese beiden und ein großer Dank und Hochachtung für dieses Engagement an alle Einrichtungen.

„Wir sind beeindruckt über die hohe Fachlichkeit, die tolle Motivation und die bereichernde Atmosphäre des Tages und sind wirklich stolz auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unsere Kitas“, fassten Matthias Lang und Barbara Gärtner ihre Eindrücke des Tages sowie die positiven Rückmeldungen der Referentinnen und Referenten zusammen.

Damit alle den Blick für diese Besonderheiten und besondere Momente nicht verlieren, erinnerte Barbara Gärtner in einem kleinen Video an das Musikexperiment in der U-Bahnstation sowie an gelingendes virtuoses Cellospiel – zu viert an einem Instrument!

Wer es sich auch einmal anschauen möchte: