Kinderarche Sachsen e.V.

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Hör mal, wer da hämmert

12. August 2021

Der 15-jährige Joshua aus der Heilpädagogischen Wohngruppe Lichtenstein ist handwerklich interessiert und geschickt. Wenn der Hausmeister Tony zweimal die Woche in der Wohngruppe ist oder die Erzieher kleine handwerkliche Arbeiten verrichten, unterstützt der Jugendliche sehr gerne dabei. So lernte Joshua bisher verschiedenes Werkzeuge, deren Nutzungsmöglichkeiten und den richtigen Umgang damit kennen.

Am verregneten Samstagnachmittag sagte er zur Erzieherin: „Mir ist langweilig. Kann ich irgendwas bauen oder reparieren?“ Scherzhaft bekam er als Antwort: „Den defekten Geschirrspüler, dieser zieht kein Wasser mehr.“ Dies ließ er sich nicht zweimal sagen. Nach wenigen Minuten stand er in Arbeitskleidung und einem Werkzeugkoffer in der Küche, testete die Funktionen des Geschirrspülers und schaute, ob der Wasserschlauch defekt ist. Nachdenklich sagte er: „Ich muss den Geschirrspüler ausbauen, aber dazu fehlt mir das richtige Werkzeug. Nee, das wird heute nichts.“

Damit war der Tatendrang des Jugendlichen jedoch nicht gebändigt. Er beobachtete, wie die Erzieherin mehrere Bilderrahmen zusammenklebte. Sofort bot er sich an, diese aufzuhängen und ließ sich trotz geäußerter Skepsis einer Mitbewohnerin nicht davon abbringen. Selbstbewusst und fachmännisch erklärte er, welches Werkzeug er benötigt. „Wir können aber auch warten, bis Tony in zwei Wochen wieder da ist“, grinste er. Bewaffnet mit einem Zollstock, einer Wasserwaage, einem Bleistift sowie Hammer und Nägel machte er sich an die Arbeit. Die Erzieherin wurde bei den auszuführenden Arbeiten mit einbezogen und vom Jugendlichen angewiesen. Er erklärte und begründete jeden Arbeitsschritt, die Erzieherin staunte über das Wissen des Jungen.

Nach zehn Minuten waren die Nägel in und die zusammengeklebten Bilderrahmen an der Wand. Dann kam die Wasserwaage zum Einsatz, die anzeigt, ob alles gerade hängt. Die Luftblase befand sich noch gerade so in der Markierung der Waage. Selbstbewusst sagte Joshua: „Mein Fehler ist das nicht, ich habe richtig gemessen, skizziert und die Nägel gut in die Wand gehämmert. Die Bilderrahmen wurden nicht gut zusammengeklebt, da fehlte das richtige Augenmaß bei der Arbeit.“

Wenn man ein paar Meter entfernt von der Wand steht, ist zu erkennen, dass die Bilderrahmen wirklich leicht schief an der Wand hängen. Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Joshua ist dennoch zufrieden mit seiner Arbeit und findet den „Special Effect“ gar nicht so schlecht.