Integrative Familienbegleitung feiert Jubiläum mit einem Fachtag

29. November 2018

Mit dem Fachtag "AusSicht Familie" unter Schirmherrschaft der Sozialministerin Barbara Klepsch beging die Integrative Familienbegleitung (IFB) der Kinderarche Sachsen am Mittwoch ihr zehnjähriges Bestehen. Etwa 100 Teilnehmer waren der Einladung in das Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft in Radebeul-Ost gefolgt und setzten sich im Laufe des Tages mit verschiedenen Perspektiven der Familienarbeit auseinander.

Nach der Begrüßung durch Kinderarche-Vorstand Matthias Lang sprach der neue Direktor der Diakonie Sachsen Dietrich Bauer ein kurzes Grußwort, in dem er die Familienhelfer mit Engeln verglich, weil sie den ihnen anvertrauten Familien Lebensressourcen erschließen. Im Anschluss daran beleuchtete Regina Kraushaar, Staatssekretärin im Sozialministerium, die Hilfen, die es in Sachsen für Familien gibt, und dankte den Mitarbeiter*innen der IFB als ganz besonderer Hilfeform für ihren Einsatz für Familien.

Als erste Referentin berichtete die Diplom-Psychologin Sandra Wessel von ihren Erfahrungen auf der Familientherapiestation in der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter am Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH. Dort ziehen Familien mit ihren Kindern für sechs Wochen auf Station ein, um problematische Situationen zu beleuchten und gemeinsam in Angriff zu nehmen.

In den Pausen des Fachtages waren die Teilnehmer eingeladen, den so genannten Jugendhilfe-Dschungel zu durchwandern, der es Besuchern ermöglicht, sich fühlbar in die Lage der von der IFB begleiteten Menschen zu versetzen. Ausgestattet mit Kopfhörern erlebten sie, wie es sich anfühlt, immer wieder den bohrenden und sehr persönlichen Fragen ausgeliefert zu sein, während sie sich durch Tücher und Laken hindurch, über eine kleine Treppe, an einer Ruhe-Ecke vorbei durch den dunklen Dschungel bewegten.

An drei Stehtischen waren die Gäste außerdem eingeladen, im offenen World- Café eigene Gedanken zu einer jeweiligen Frage zu formulieren und mit den Mitarbeiter*innen der IFB bzw. miteinander ins Gespräch zu kommen. Am Ende des Fachtages gab es zahlreiche sehr verschiedene Antworten auf die Fragen "Was ist gute Erziehung?", "Der ideale Helfer muss können" und "Was ist eine Familie?"

Als zweite Referentin gab die Sozialpädagogin Anne Riemer, Teamleiterin im Allgemeinen Sozialen Dienst Hoyerswerda im Landkreis Bautzen, einen Einblick in die Arbeit des Jugendamtes. Sie blickt auf eine jahrelange gute Zusammenarbeit mit der Integrativen Familienbegleitung im Landkreis Bautzen zurück. In ihrem Vortrag unter dem Titel "Von Fall zu Fall – Kooperation zwischen Wollen und Sollen" betrachtete sie auch die Faktoren, von denen es abhängt, ob eine Hilfe für Familien erfolgreich ist oder nicht.

Nach der Mittagspause referierte die Diplom-Psychologin Maud Rix, Mitbegründerin des Multifamilientherapie Institutes Dresden, auf sehr unterhaltsame Weise über die Mehrfamilientherapie, die davon ausgeht, dass die Familien selbst die besten Experten für ihre Probleme sind. Rix arbeitet seit vielen Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Michael Scholz mit Gruppen von Familien, denen es durch den Austausch in der Gruppe gelingt, wieder Verantwortung zu übernehmen.

Im Anschluss an die Vorträge waren alle Referenten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, in der die Moderatorin Konstanze Kawan zum Beispiel wissen wollte, wie die Würde der Familien in einer Hilfe gewahrt bleibt. Nach einer angeregten Runde beschloss Angelika Welke, die Einrichtungsleiterin der Integrativen Familienbegleitung in der Kinderarche Sachsen, den Fachtag mit einer Einladung zu Kaffee und Kuchen - und Sekt, mit dem die Gäste auf das Jubiläum anstießen und für die nächsten Jahre viel Kraft und gutes Gelingen wünschten.

Das Team der Integrativen Familienbegleitung in der Kinderarche Sachsen bedankt sich bei allen Teilnehmern herzlich für einen interessanten und aufschlussreichen Fachtag und freut sich auf die weitere gute Zusammenarbeit zum Wohl der uns anvertrauten Familien!