Kinder versenken Zeitkapsel in ihrer neuen „Villa Kunterbunt“

02. Juli 2020

Eine riesige Baustelle, ein kirchturmhoher Kran, eine Zeitkapsel und zwei Bottiche voll Zement: Es gab viel zu sehen für die zwölf Vorschulkinder der „Villa Kunterbunt“ in Freiberg, als sie gestern die Baustelle für ihre neue Kita besuchten. Der Weg zur Dr.-Külz-Straße war den Kindern noch fast bekannt, stand doch dort noch bis vor zwei Jahren die alte „Villa Kunterbunt“. Bei Sonnenschein ging es rings um die riesige Baustelle, denn die Grundrisse der Kita sind schon zu erkennen. 140 Kinder auf zwei Etagen sollen dort in etwa anderthalb Jahren Platz haben.

Leicht zu betreten war die Grundplatte jedoch nicht. Dank der fürsorglichen Vorbereitung der Baufirmen halfen eine Treppe, einige Platten und ein Bauarbeiter dabei, die Kita zu betreten. Er hob die Kinder in den zukünftigen Eingangsbereich, der mit Bauplatten ausgelegt war, denn ansonsten musste man auf dem Bewährungsstahl balancieren. Erst in den nächsten Tagen kommt der Beton, um die Bodenplatte fertig zu stellen.

Und für die Kinder war noch etwas vorbereitet: eine Aussparung im zukünftigen Fußboden. Die Mädchen und Jungen hatten mit ihren Erzieherinnen nämlich etwas im Gepäck: eine Zeitkapsel. Diese hatten sie, Eltern, Kirchgemeinde, Baubüro und Stadt Freiberg vorher gefüllt mit spannenden Dokumenten dieser Tage und der Geschichte der Kita.

Bevor diese den Bauleuten überreicht wurde, sangen die Kinder vor staunenden Arbeitern das Lied von den fleißigen Handwerkern. Mit dem Krahn wurde die ordentlich gefüllte Kapsel in schwungvoller Feinstarbeit schaukelnd in die vorbereitete Stelle gebracht. Dort nahm ein Bauarbeiter sie mit den Kindern ab und legte sie in die Aussparung der Bodenplatte. Und dann ging die Arbeit erst richtig los: Kelle für Kelle musste das Loch gefüllt werden mit Zement. Die Kinder packten zuerst vorsichtig, dann immer mutiger mit an. Und zum Schluss waren auch noch die Architektinnen, die Mitarbeiterin des Hoch- und Tiefbauamtes und die Kita-Fachkräfte dran.

Aber ohne die großen Schaufeln der Bauarbeiter am Ende wäre das Loch wohl nicht so schnell vollgefüllt und die Kapsel sicher einbetoniert gewesen. Genau im Eingangsbereich, in der Nähe des Fahrstuhls, der schon zu erkennen war, wird später eine Markierung auf dem Fußboden verraten, was die Kinder an diesem Tag dem Bau eingeschrieben haben.

Was für ein Mittagsausflug! Omar war von dem Erlebnis ganz begeistert: „Ich würde gerne Bauarbeiter werden und hier mit bauen!“ Darauf Julia: „Das ist aber ganz schön schwere Arbeit!“

Etwas knülle von Sonne und Weg waren alle gegen 13:30 Uhr wieder zurück in der Kita. Solche Ausflüge machen unsere großen Wachkinder gern mal wieder. Und dass wir wiederkommen, um bald die ersten Mauern und Wände zu sehen, haben wir schon verabredet.

Im Oktober zum Richtfest wird es dann ein großes Fest mit allen Beteiligten geben. Der leise und kurzfristige Baubeginn und die derzeitigen Corona-Auflagen ließen für den Anfang nur diesen kleineren Rahmen zu.