Kinderarche Sachsen e.V.

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Majestätische Stippvisite im Kinderarche-Weinberg

03. September 2019

So schnell waren die Mädchen und Jungen der Wohngruppe "Weinberghaus" noch nie mit der Lese fertig. In Windeseile füllten sich am Dienstagnachmittag die Eimer und Butten mit den prallen Trauben, denn die Kinder und Jugendlichen hatten tatkräftige Unterstützung. Die sächsische Weinkönigin Lisa Leinemann und die beiden Weinprinzessinnen Ann-Kathrin Schatzl und Katrin Hecht waren mit in den Weinberg gestiegen, um bei der Lese der Tafeltrauben zu helfen.

Seit Anfang 2003 bewirtschaften die neun Mädchen und Jungen der Wohngruppe "Weinberghaus" einen eigenen Weinberg hinter dem Haus. Bei den zahlreichen Arbeiten im Weinberg - Terrassen ziehen, Reben verschneiden, Trauben lesen - unterstützt Weinbergpatin Sabine Wendsche die Kinder fachkundig und regelmäßig. Jede Woche dienstags nimmt sie sich einen Nachmittag Zeit, um ihnen auf dem Weinberg zu helfen. Derzeit sind die Kinder und Jugendlichen für 700 Weinreben und 40 Stöcke mit Tafeltrauben auf einer Fläche von 700 Quadratmetern verantwortlich.

Die Lese der reifen Trauben ist dabei natürlich der Höhepunkt im Weinjahr. „Da sieht man, dass sich die Arbeit übers Jahr gelohnt hat“, sagt die 15-jährige Anne, die schon seit einigen Jahren in der Wohngruppe lebt und den anderen Kindern zeigen kann, wie man die Trauben abschneidet und noch einmal kontrolliert, damit nur die guten Beeren in der Butte landen.

Ein paar Meter weiter ermuntert die Weinkönigin den elfjährigen Ben zum fleißigen Verkosten der Trauben: „Das Wichtigste ist die Qualitätskontrolle“, sagt sie und lacht. Für Ben ist es die erste Lese im Kinderarche-Weinberg. „Ich helfe meiner Oma oft im Garten“, erzählt er, „aber Wein habe ich noch nicht gelesen.“ Kaum ist der Eimer zu seinen Füßen voll, leert er ihn in die Butte, die der zwölfjährige Bela auf dem Rücken trägt. Immer wieder steigt Bela die vielen Stufen hinab und schüttet die Trauben in große Wannen.

Später ziehen sich Ben und Bela Gummistiefel an, umhüllen sie mit sauberen Tüten und stampfen die Trauben in den Wannen zu Maische. Es macht den beiden Jungen großen Spaß, mit ganzer Körperkraft im Einsatz zu sein. In der Küche wird aus dem Most leckerer Traubensaft gekocht. Etwa 70 Liter füllen die Kinder in saubere Gläser. „Das reicht jetzt eine Weile“, freut sich Anne. Kurz vor 20 Uhr ist die Küche wieder sauber und aufgeräumt, und die Kinder setzen sich müde, aber glücklich an den Abendbrottisch. In einer Woche steht schon der nächste Höhepunkt auf der Tagesordnung, wenn dann noch die Trauben der Johanniter-Stöcke gelesen werden.