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Freitag, 25. Oktober 2019

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Mutter-Kind-Gruppe Burgstädt bereitet Jubiläum vor

03. Mai 2019

Als Romy vor zwei Jahren nach einem langen Krankenhausaufenthalt entlassen wurde, da hat sich die junge Frau das Leben allein mit ihrem Kind nicht zugetraut. Auf der Suche nach Hilfe ist sie auf die Mutter-Kind-Wohngruppe (MuK) der Kinderarche Sachsen in Burgstädt gestoßen. „Ich bin echt froh, jetzt hier zu sein“, sagt die junge Frau. „Früher war ich oft sehr unsicher und habe viel geschrien – jetzt bin ich viel ruhiger im Umgang mit meiner Tochter.“

Viele Mütter, die in der MuK auf der Beethovenstraße Aufnahme finden, haben in ihrer Vergangenheit Schlimmes erlebt und brauchen Stärkung und Normalität. Dank der Begleitung durch erfahrene Erzieher und Sozialpädagogen lernen sie nach und nach, wie der Alltag mit Kind gut gelingen kann. Welche Tagesstruktur braucht ein Baby? Wie reagiere ich, wenn das Kind schreit? Woran erkenne ich schlimme Krankheiten? Wie kann ich mein Kind in seiner Entwicklung fördern? „Egal, was für Hilfe man braucht, hier bekommt man sie“, sagt Romy.

Dabei ist die Gemeinschaft aus insgesamt fünf Müttern (oder Vätern), die mit ihren Kindern in der Gruppe leben, wie eine Großfamilie. „Jeder bringt etwas anderes mit“, sagt Esther, die mit ihrem Sohn Ricardo vor dreieinhalb Jahren in die MuK eingezogen ist. Eine kann gut kochen und verrät den anderen die besten Rezepte, eine andere kann gut dichten, wieder eine andere gut singen. „Wir streiten und vertragen uns“, erzählt Romy, „aber in der Not halten wir immer zusammen.“

Oberstes Ziel der Betreuung in der Mutter-Kind-Gruppe ist es, die Eltern in ein selbständiges Leben mit Kind zu entlassen. Wann das erreicht ist, das wird regelmäßig gemeinsam mit dem Jugendamt überprüft. „Manche brauchen nur ein paar Monate, andere einige Jahre“, erklärt Teamleiterin Marian Goldammer. Sei es die Zwillingsmama, die mit zwei Babys überfordert ist, die Geflüchtete aus Afghanistan, die beim Ankommen in Deutschland Hilfe braucht, die geistig behinderte Mutter, für die das Team nach dem Auszug eine betreute Wohnform sucht – die Hilfe ist so vielfältig wie das Leben mit Kind.

Insgesamt etwa 50 Mütter und Väter haben seit der Eröffnung der Mutter-Kind-Gruppe im Mai 2009 hier Betreuung und Begleitung gefunden. Sie alle sind zur großen Jubiläumsfeier am 3. Juli herzlich eingeladen. „Erzieher und Mütter bereiten gemeinsam ein Programm vor“, sagt Einrichtungsleiterin Annett Schreckenbach-Launhardt. Eins kann sie schon verraten: „Auch hier wird wieder jeder seine Talente einbringen.“