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Schlittenhundetour ohne Schnee, aber mit viel „Futter für die Seele"

21. November 2022

„Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund." Hildegard von Bingen

An einem Novembertag waren die 16-jährige Mary und die 13-jährige Tamara aus unserer heilpädagogischen Wohngruppe Reichenbach sowie ihre Erzieherin in freudig gestimmter Erwartung ob der Vorfreude auf den Kontakt mit zahlreichen zauberhaften Fellnasen. Das Ziel für die heutige Einzelbetreuung lautete: Black Lake Lodge in Elterlein im Erzgebirge.

Bereits beim Verlassen des Busses begrüßten uns im idyllisch gelegenen Anwesen am Waldrand 31 Hunde mit lautem Bellen, Jaulen und aufgeregtem Schwanzwedeln. Der erste Eindruck, Kulisse und Geräuschpegel waren beeindruckend. Von den Familienmitgliedern der Familie Gentsch wurden wir ebenso freundlich begrüßt und lauschten den kompetenten Ausführungen zu Haltung, Herkunft und Wesenszügen der Schlittenhunde.

Es handelt sich um Huskies und Husky-Mischlingshunde, die aus dem Tierheim/Tierschutz kommend, angeleitet und ausgebildet werden. Wir hatten die Gelegenheit, all unsere Fragen zu stellen. Die anschließende Möglichkeit, mit den Vierbeinern „auf Tuchfühlung zu gehen" und ihre positive, inspirierende Aura hautnah zu spüren, war für uns ein sehr emotionales Erlebnis. So unterschiedlich wie Mädchen und Jungen in einer Gemeinschaft agieren, so kann man auch in der Hundegruppe eine Vielzahl von Charakterzügen und Temperamentausprägungen beobachten. Verschiedene Rollen im Rudel sorgen für ein ursprüngliches – mitunter rau anmutendes –, aber dennoch soziales und aufmerksames Miteinander.

Nach der Kennenlernphase wurden die Teams für die bevorstehende Tour zusammengestellt. Bedingt durch den fehlenden Schnee waren von den Gespannen mit jeweils acht Hunden keine Schlitten, sondern Wagen mit großen Rädern zu ziehen. Wir legten die Zuggeschirre an die Hunde an und führten jeden – mittlerweile enorm aufgeregten Läufer – an seinen Platz im Gespann. Hierbei waren aufmerksames, zügiges Arbeiten sowie bestimmtes Auftreten erforderlich. Alles hatte seinen Platz und eine durchdachte Ordnung. Kurz vor dem Start waren alle hochgradig konzentriert. Man konnte jedem einzelnen Hund die Vorfreude auf die bevorstehende Betätigung ansehen (und uns natürlich auch).

Die Guten zogen uns zuverlässig über Stock und Stein, durch Schlamm, Pfützen und unwegsames Gelände. Es war faszinierend für uns, dieses aufeinander abgestimmte Rudel in bedingungsloser Hingabe bei dem, was sie tun, zu erleben. Davon können wir Menschen zweifelsohne lernen! Auf den letzten Metern tauschte Mary die Rolle mit ihrem Musher und durfte, am Ende des Wagens stehend, das Gespann leiten. „Das ist ja richtig schwer, das denkt man gar nicht; aber voll cool!", so Marys Fazit.

Am Tourende hieß es Hunde ausspannen, Geschirre abnehmen und jeden Hund natürlich nochmals ausgiebig streicheln und für das Geleistete loben. Nach einem Picknick mit jeder Menge Gesprächsstoff traten wir erschöpft, aber glücklich und voller positiver Gefühle (und Schlamm 12) die Rückreise ins Vogtland an.

Wir sagen von ganzem Herzen DANKE an Familie Gentsch, welche vielen tierischen Seelen eine Chance auf ein glückliches, artgerechtes Leben gibt und uns einen so tollen Einblick in die Arbeit mit Schlittenhunden gewährt hat.

Ebenso ein riesengroßes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender der „Aktion Herzenssache". Ohne diese finanzielle Unterstützung wären solche wertvollen tiergestützten Aktivitäten für unsere jungen Menschen nicht umsetzbar.

Und zu guter Letzt gebührt unser Dank und unsere Anerkennung den Fellnasen, die uns so verzaubert und begeistert haben.

Schön zu sehen, dass die, die für uns Menschen alles geben, auf Black Lake Lodge ein gutes Zuhause haben und somit Liebe und Dankbarkeit von den Zweibeinern zurückbekommen. Ein Beispiel für ein wertschätzendes Miteinander zwischen Mensch und Tier – ein Anspruch neben vielen anderen, den wir den Heranwachsenden in unserer Obhut auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben mitgeben möchten.