Serdecznie witamy: Willkommen in der Kita „Sonnenkäfer“

15. Juli 2020

Vor ihrem ersten Tag in der Kita „Sonnenkäfer“ hatte Małgorzata Grela schon ein bisschen Bammel. Denn es war für die 26-Jährige nicht nur der Sprung in die Praxis nach ihrem Studium in frühkindlicher Pädagogik und Vorschulerziehung. Es war gleichzeitig ein Sprung in ein fremdes Land und eine fremde Sprache. Inzwischen lächelt die junge Polin, wenn sie an ihren ersten Tag zurückdenkt. Es ging alles gut, die Kinder haben sie verstanden, das Team war offen und hilfsbereit. „Ich bekomme viel Hilfe von allen“, sagt die Pädagogin, „ich kann alles fragen und lerne jeden Tag sehr viel – von den Erziehern und von den Kindern.“

Dass sie nach ihrem Studienabschluss in Deutschland gelandet ist, war eher Zufall. Ihr Verlobter hat in Freiberg ein Jobangebot bekommen – und da hat die junge Frau spontan entschieden, mitzugehen. Im Internet hat sie die Stellenanzeige für die Kita „Sonnenkäfer“ in Niederbobritzsch gefunden, sie hat sich beworben, war zum Gespräch und, zack, hatte die Stelle. Bereut hat sie es bisher kein einziges Mal. „Ich bin sehr zufrieden, dass es geklappt hat“, sagt Małgorzata Grela. Gerade das ländliche Umfeld gefällt ihr gut: „Es gibt viele Kühe, es gibt viel Ruhe, hier kennt jeder jeden, die Atmosphäre ist sehr familiär – das ist schön!“

Die größte Herausforderung für die Polin ist übrigens nicht die Sprache, sondern die Freiheiten, die deutsche Kinder haben. „In polnischen Kitas ist jede Minute des Tages geplant“, erzählt sie, „die Kinder machen eine Beschäftigung nach der nächsten und müssen nichts selbst entscheiden.“ Und so war es für die junge Pädagogin eine komplett neue Erfahrung, dass Kinder selbst wählen dürfen, was sie als nächstes tun. „Es gefällt mir sehr gut, aber ich muss erst lernen, mich zu entspannen“, gesteht sie und ergänzt lachend: „Manchmal fällt es mir noch schwer auszuhalten: Wenn ein Kind schmutzig ist, dann ist es schmutzig.“

Für die Anerkennung ihres Abschlusses muss Małgorzata Grela in Sachsen übrigens noch eine Weiterbildung zur Kindheitspädagogin machen. Ab Herbst wird die junge Frau deshalb für ein Jahr jeweils eine Woche im Monat in Chemnitz die Schulbank drücken. Sie ist zuversichtlich, dass sie auch diese Herausforderung meistern wird. „Ich bekomme hier so viel Hilfe von den anderen und freue mich jeden Tag, dass ich in meiner Arbeit alles das tun kann, was ich gern mache.“