Kinderarche Sachsen e.V.

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Sterntaler-Teamtag: „Gewaltfreie Pädagogik in der Kita leben“

29. September 2022

Seit 2014 wird das Team vom Kinderhaus „Sterntaler“ im Rahmen eines jährlichen Inhouse-Seminars von Sabine Lippold, Diplompsychologin und Tanzpädagogin aus Wiesbaden, in seiner fachlichen Entwicklung beraten und begleitet. Themen wie „Bildungs- und Lerngeschichten“, das „Ich-Buch“, „Pädagogische Planung“, „Raumgestaltung“ und „Partizipation und Selbstwirksamkeit“ haben wir bisher unter anderem gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt.

In diesem Jahr stand das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung.im Mittelpunkt. Aktuell sind die Träger und Einrichtungen dazu aufgefordert, ein Kinderschutzkonzept zu erarbeiten und zu implementieren. Dem Schutzauftrag folgend, gehen wir heutzutage davon aus, dass Kinder – auch in herausfordernden Situationen – ohne körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen, entwürdigende Maßnahmen von Erwachsenen erzogen und in ihrer Entwicklung begleitet werden.

In diesem Seminar beschäftigten wir uns nun mit der Frage, wie es möglich wird, dass Kinder in der Kita ihr Recht auf gewaltfreies Aufwachsen erleben können und wie gerade in Konfliktsituationen die persönlichen Grenzen eines jeden einzelnen gewahrt werden. Wir näherten uns dem Begriff „Gewalt“, indem wir in Kleingruppen Synonyme für diesen Begriff zusammentrugen und den Fragen nachgingen: „Was bedeutet Gewalt für mich?“ und „Wo bin ich dem Begriff „Gewalt“ schon einmal begegnet?“

Anschließend tauschen wir uns über eigene biographische Erfahrungen aus. Ausgehend von der Reflexion eigener Strategien in verschiedenen Situationen, in denen wir an unsere Grenzen stoßen, beschäftigten wir uns mit dem Verständnis von Macht in pädagogischen Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern und erarbeiteten Erziehungsstrategien, welche einem Kind das Recht auf Mitsprache und Teilhabe gewähren.

Wir nutzen die „Verhaltensampel“, um verschiedene Verhaltensweisen einzuordnen. Begaben uns auf „Spurensuche“ für mögliche Grenzüberschreitungen und erarbeiteten anhand der „Gewaltfreien Kommunikation“ von Marshall Rosenberg Strategien für einen gegenseitigen fehlerfreundlichen, wertschätzenden und respektvollen Umgang mit den Kindern, Familien und untereinander im Team. Persönliches Feedback und Zielformulierungen rundeten die Weiterbildung ab.

Wir sind sehr dankbar, mit Sabine Lippold eine Fortbildnerin an unserer Seite zu haben, welche unsere pädagogische Arbeit wertschätzt, uns aber immer wieder herausfordert, diese mit Blick auf die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und gesellschaftlichen Herausforderungen selbstkritisch zu reflektieren und dazu einlädt, auch neue Wege zu gehen. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese fachliche Begleitung durch Frau Lippold einen großen Gewinn für die Qualität unserer pädagogischen Arbeit darstellt und somit unseren zu betreuenden Kindern und deren Familien zu Gute kommt.

Ihr sagt: »Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.« Ihr habt Recht.
Ihr sagt: »Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen. Hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner machen.«
Ihr irrt euch. Nicht das ermüdet uns. Sondern – dass wir zu ihren Gefühlen emporklimmen müssen. Emporklimmen, uns ausstrecken, auf die Zehenspitzen stellen, hinlangen. Um nicht zu verletzen.

Janusz Korczak