Vom Knopf zum kleinen Kunstwerk

27. Juli 2020

Das Knopfmuseum der thüringischen Kleinstadt Schmölln startete anlässlich des Internationalen Museumstages einen Aufruf an alle Kinder, sich am Wettbewerb „Wir suchen das schönste Knopftier“ zu beteiligen. Ein Eimer voller Knöpfe – zu schwer für den Transport aus unserer alten Nähstube in unsere Kreativwerkstatt. Deshalb baten die Kinder der Crimmitschauer Kleinkindgruppe um kräftige Arme und schon stand der prall gefüllte Eimer vor den Kindern auf den Tisch.

Eine Vielfalt der unterschiedlichen Knöpfe lachte uns an – und war für unsere Kinder eine wahre Fundgrube. Sie griffen in den Eimer – schauten, staunten und erfühlten die Knöpfe aus alten Zeiten. Es waren Knöpfe aus den unterschiedlichsten Materialien, glänzende aus Metall, mit buntem Stoff überzogene, aus Plastik, Holz und Leder oder gar aus Horn für die Lederhosen, mit zwei und vier Löchern, manchmal auch mit einer kleinen Öse versehen. So erzählten die Knöpfe kleine Geschichten darüber, wofür sie einst dienten…

Am besten gefielen den Kindern die rosafarbenen in den verschiedensten Farben. Welches Tier sollte nun aus den aussortierten Knöpfen unterschiedlichster Größe entstehen: ein rosa Kaninchen, ein Flamingo oder gar ein Schwein? Die Kinder entschieden sich für das Schwein.

Eine große Leinwand lag vor den kleinen Künstlern und das Schwein bekam seine Form. Nun konnte „geknöpfelt“ werden. Geduldig und konzentriert legten und klebten die Kinder Knopf an Knopf. Das Tier nahm immer mehr Gestalt an. Schließlich war die Freude über das gelungene Gemeinschaftswerk groß.

Nun fehlte unserem Glücksschwein fehlte nur noch ein Name. Gemeinsam wählten wir den Namen Heidrun aus. Gerade noch termingerecht erreichte unser Ergebnis das Museum. Die Spannung war groß, wer Gewinner wird, denn es konnte nur über Facebook und Twitter abgestimmt werden.

Am 11. Juni erhielten wir Post aus der Knopfstadt Schmölln. Wir waren die Sieger des Wettbewerbs und wurden mit einem Gutschein für einen Gruppenbesuch im Knopf- und Regionalmuseum belohnt. Diesen lösten wir nun in den Ferien ein: Im Museum gab es viel zu entdecken. So erfuhren wir, dass die Früchte der Steinnusspalme als Ballast für die Schiffe aus Südamerika nach Europa genutzt wurden und aus ihrer Schale Knöpfe gestanzt wurden. Mit der Steinnussknopfherstellung erlangte schließlich das kleine Städtchen Schmölln vor 100 Jahren Weltruhm. Auch Zahnbürsten und Kämme wurden in dieser Stadt hergestellt. In unserer heutigen Zeit nicht wegzudenken. Eine Riesenzahnbürste löste helles Staunen aus. Ob die wohl extra für die Elefantenzähne hergestellt wurde?

Die Museumsleiterin Frau Neumann erklärte uns sehr geduldig all das, was wir noch wissen wollten. Zum Abschluss konnte jeder noch einen Glücksknopf für die Hosentasche sein eigen nennen… und vielleicht wird unser Kunstwerk eines Tages als Leihgabe auch von anderen Besuchern zu bestaunen sein. Jetzt hängt es erstmal in unserer Gruppenküche und erfreut uns beim Essen.