Kinderarche Sachsen e.V.

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Termine

Donnerstag, 22. Juli 2021
Freitag, 23. Juli 2021

Wir fordern: Bringt Kinder sicher durch diese Pandemie!

10. Mai 2021

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrichtungen, liebe Fachöffentlichkeit, liebe Eltern,

heute ist der Tag der Kinderbetreuung! Wir nehmen diesen Tag gern zum Anlass, ein Danke in unsere Einrichtungen zu geben. Ein Danke, das größer ist als alle Herausforderungen seit einem Jahr Pandemie. Ein Danke, das stärker sein mag als alle Erschöpfung und Sorge, die sich nach einem Jahr Auf-und-Zu von Kitas und Schulen, mit Notbetreuung in Kitas und Horten, 24-Stunden-Diensten in unseren Wohngruppen, Quarantäne-Fällen und Personalnotständen zeigt. Ein Danke, das Hoffnung, Freude und Zuversicht auffrischen möge, die in der alltäglichen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien so wichtig sind!

Unser Dank geht dabei an alle in Küche, Hauswirtschaft, Werkstatt und Garten, in Gruppe, Projekten und Leitung sowie in der Verwaltung!

Unser Dank geht auch an alle Eltern und Familien, die uns immer wieder verständnisvoll und unterstützend zur Seite stehen, die Herausforderungen der Pandemie zu bewältigen. Sie sind seit einem Jahr noch mehr als sonst selbst Teil der Kinderbetreuung geworden. Wir haben deshalb einige Elternvertreter unserer Kitas befragt, was für sie der Tag der Kinderbetreuung bedeutet:

„Wir wissen jetzt mehr zu schätzen, was die Erzieher in der Kita jeden Tag leisten“, sagt Ferenc Gor aus Sebnitz. „Vorher haben wir das als normal und selbstverständlich angesehen; die lange Zeit der Kinderbetreuung zu Hause hat uns gezeigt, wie anstrengend es sein kann. Ein großes Dankeschön deshalb an alle Erzieher für ihre wichtige Arbeit!“

„Jedem ist bewusster geworden, wie wichtig Kinderbetreuung ist“, findet auch Kristin Losch aus Crimmitschau. „Wir sind sehr dankbar für den guten Kontakt, den die Einrichtung mit den Eltern in der Zeit hatte, und es ist toll, wie alle trotz der vielen Quarantänefälle so gut durchgehalten haben. Die Kinder haben von allem eigentlich nicht so viel gemerkt und sind glücklich in der Kita.“ Aber sie merkt auch an, dass die Eltern, die keinen Notbetreuungsanspruch haben, arbeiten gehen und Kinder zu Hause betreuen oder beschulen, mehr bedacht werden müssen.

„Wir Familien haben uns in den vergangenen Monaten vergessen gefühlt“, bringt es Katharina Scholz vom Förderverein unseres Ökumenischen Kinderhauses in Radebeul auf den Punkt. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Politik nach dem ersten Lockdown andere Wege findet, um Kinderbetreuung zu ermöglichen. Auf jeden Fall habe ich großen Respekt vor der Arbeit der Erzieher, die aus meiner Sicht einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft verdienen.“

Bei allem Dank dafür, dass wir in der Kinderarche Sachsen immer das Gefühl hatten, die Pandemie gut und gemeinsam in unserer familiären Gemeinschaft bewältigen zu können, muss heute daher auch Raum sein anzusprechen, was wir sorgenvoll sehen:

  • Kinder, die tieftraurig sind, schon zum 4. Mal Kita und Hort nicht besuchen zu können, die Spiel mit Freunden und Gleichaltrigen vermissen,
  • Kinder, die nicht verstehen, dass das, was heute verkündet wird, morgen nicht mehr gilt, die Schuldgefühle entwickeln und Angst haben,
  • Kinder, die mit einer Anspannung, Aggression und Einsamkeit, wie wir es vorher nicht erlebt haben, zurück in die Einrichtung kommen und Gemeinschaft neu lernen müssen, dafür aber kaum zu motivieren sind,
  • Kinder und Jugendliche, die nicht verstehen, warum sie nicht mehr in die Schule dürfen oder warum es mal so und mal anders ist
  • Jugendliche, die mit Mut- und Perspektivlosigkeit und müde vom Online-Unterricht zu fast nichts mehr zu bewegen sind,
  • Eltern, die am Ende ihrer Kräfte sind, die Druck von vielen Seiten aushalten müssen, Existenznöte haben und einfach fertig sind von der Doppelbelastung Homeschooling und Homeoffice.

Wir leben nun schon seit über einem Jahr mit den vielen Fragen, die uns die Pandemie beschert, und kennen inzwischen alle die Zerreißproben von Grundsatzdiskussionen. Die Stimmen für Kinder und Jugendliche sind in den letzten 14 Monaten leider oft nicht so laut geworden wie die mancher Virologen und Intensivmediziner. Deshalb ist unsere dringende Bitte am Tag der Kinderbetreuung, darüber nachzudenken, wie wir Kinder und Jugendliche, die die Zukunft unserer Gesellschaft sind, sicher und ohne Langzeitschäden durch diese Pandemie bringen! Dazu trägt aus unserer Sicht bei,

  • Kindern und Jugendlichen Erfahrungsräume in Kita und Schule verlässlich zu bieten, in denen sie Gemeinschaft, Ermutigung, Wertschätzung und Entwicklung erleben können,
  • Eltern Möglichkeiten zu geben, sich um ihre Kinder zu kümmern, so wie sie es wollen und können, und Unterstützung mit Kitas, Schule und Jugendhilfe anzubieten,
  • Kitas und Schulen so auszustatten, dass Kinder und ihre Entwicklung im Mittelpunkt stehen und sie mit ihren Familien hier wertvolle Lern- und Lebensorte erleben,
  • jungen Menschen, die nicht in ihrem Zuhause leben können, die Jugendhilfeangebote zu ermöglichen, die sie brauchen.

Zum heutigen Tag der Kinderbetreuung wünschen wir uns, dass wir in dieser Pandemie nicht vergessen, darüber zu reden, wie Kinder in unserer Gesellschaft aufwachsen können und sollen und was sie von jedem einzelnen von uns und unserer Gesellschaft dafür brauchen. Lassen Sie uns gemeinsam danach handeln, denn der Wert unserer Gesellschaft zeigt sich auch daran, wie wir mit jungen Menschen und Familien umgehen.

Bleiben Sie gesund, ermutigt und zuversichtlich!

Hier finden Sie unsere Botschaft auch noch im Video mit Barbara Gärtner und Susan Gebhardt!