Kinderarche Sachsen e.V.

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Kinderheim Crimmitschau: Wir schaffen das zusammen

03. April 2020

Da haben die fünf Kinder der Kleinkindgruppe aber gestaunt: Als sie in der vergangenen Woche mit dem Frühjahrsputz im Außengelände fertig waren, hatte der Osterhase ihren Baum mit bunten Eiern geschmückt! Auch wenn das Leben in Zeiten von Corona anders verläuft, als es die Kinder gewöhnt sind, versuchen die Erzieherinnen und Erzieher im Kinder- und Jugendheim Crimmitschau alles, um den Alltag so normal wie möglich zu gestalten.

Dabei ist die Situation alles andere als normal: Aufgrund der Kita- und Schulschließungen sind seit nunmehr zwei Wochen alle Kinder und Jugendlichen 24 Stunden am Tag zu betreuen. Im Kinder- und Jugendheim Crimmitschau sind das derzeit 36 Jungen und Mädchen. Alle Freizeitangebote sind weggebrochen, wegen der Ausgangsbeschränkungen können die Kinder ihre Eltern und Freunde nicht mehr sehen, und in den Häusern herrscht Besuchsverbot. Selbst beim Einkaufen für die ganze Gruppe stoßen die Erzieher an Grenzen, weil viele Geschäfte inzwischen eine Mengen-Beschränkung eingeführt haben.

„Wir können von Glück reden, dass wir seit vielen Jahren so gut mit Netto zusammenarbeiten“, erzählt Einrichtungsleiterin Sonja Dietrich. Nachdem zu Beginn der Krise auch die Erzieher in Crimmitschau beim Einkaufen für die Gruppen komisch angeschaut wurden, konnte ein Anruf alles klären. „Uns wurde ein Nettomarkt zugewiesen, wo wir Bestellungen telefonisch aufgeben können, die unserem Bedarf entsprechen“, so Dietrich. „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Und obwohl das traditionelle Ostertreffen mit den Netto-Mitarbeitern dieses Jahr nicht stattfinden wird, dürfen sich die Kinder auf eine süße Überraschung freuen. „Die wird uns dieses Jahr eben vor die Tür gestellt“, verrät die Einrichtungsleiterin.

Bis Ostern allerdings herrscht auch in den vier Häusern im Kinder- und Jugendheim normaler Alltag. „Unsere Tage folgen einer festen Struktur“, erzählt Sonja Dietrich, „das gibt den Kindern und Jugendlichen Sicherheit und Orientierung.“ Besonders froh ist sie über die Unterstützung aus den Kinderarche-Kitas, die derzeit nur sehr wenige Kinder in der Notbetreuung haben. „Jeden Tag kommen drei Kolleginnen aus dem „Sterntaler“ und aus der „Kinderoase“ in unsere Gruppen, um bei der Hausaufgaben-Betreuung zu helfen“, sagt Dietrich.

Zwei Ehrenamtliche – Christian Schulze und die Lehramtsstudentin Anna Beyrer – helfen zusätzlich. Anders wäre die Lernzeit kaum zu bewältigen, sind doch in manchen Gruppen Schüler aus drei bis vier verschiedenen Schulen mit entsprechend unterschiedlichen Aufgaben.

Trotz der Ausnahmesituation ist die Stimmung in den Gruppen gut, berichtet die Leiterin. „Ich habe das erste telefonische Vorstellungsgespräch meines Lebens geführt“, berichtet sie lachend, „und wir nehmen jeden Witz mit Wonne auf.“ Ganz besonders hat sie sich gefreut, als jetzt ein Junge ganz spontan und ohne Aufforderung mit Kreide ein Bild in den Hof gemalt hat. Unter dem großen Regenbogen steht: „Wir bleiben zu Hause.“ Und: „Wir schaffen das zusammen.“