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Radebeuler Waldwochen: Zwischen Zwergenstadt und Wald-Labyrinth

17. Mai 2022

Was wiehert denn da so vergnügt in der Jungen Heide? Oh, es sind vier kleine Wildpferde, die fröhlich durchs Unterholz preschen! Und schau nur dort: eine Puppen-Mama hat ihre Zwillingskinder auf Moos gebettet und wacht jetzt über ihren Schlaf. Oder hier: eine ausgetüftelte Zwergenstadt mit Bäumen, Booten, einer kleinen Hängebrücke… Drei Kinder sind gerade dabei, mit ihrer Erzieherin aus Strick und kleinen Zweigen noch ein Haus für die Zwerge zu bauen.

Seit zwei Wochen gehen etwa 35 Mädchen und Jungen aus dem Ökumenischen Kinderhaus jeden Tag in den Wald – und sie haben in dieser Zeit schon Beeindruckendes geschaffen. Neben den Zelten, die den Kindern als Unterschlupf in der Mittagszeit oder bei Regen dienen, sind schon zahlreiche Bauwerke entstanden: ein Schiff, eine Hochebene, ein Baumhaus, ein Wald-Labyrinth, sogar ein Klettergerüst.

Jeden Tag kommt etwas Neues hinzu, denn die Kreativität der Kinder kennt im Wald keine Grenzen. „Wir beobachten, dass die Kinder hier ganz schnell ins Spiel kommen“, sagt die stellvertretende Einrichtungsleiterin Mirjam Haufe, „sie genießen es, hier zu sein, es gibt weniger Konflikte, es ist insgesamt viel stiller, die Kinder finden schnell Ideen und setzen sie um.“ Manchmal müssen natürlich die Erzieher helfen, damit zum Beispiel das Klettergerüst wirklich hält, wenn sieben Kinder darauf herumklettern. Die meisten Dinge versuchen die Kinder jedoch allein – oder in der Gruppe.

Und so preschen eben die kleinen Wildpferde durch den Wald, gibt es mutige Seefahrer, die mit dem Schiff in See stechen, Architekten und Baumeister für die Zwergenstädte, Schnitzmeister, die in der Mittagsruhe die schönsten Stöcke schnitzen, Kletterer, Entdecker und Träumer, Balancier-Künstler und Zapfenweit-Werfer…

Die Waldwochen sind eine schöne Tradition im Jahreskreis des Ökumenischen Kinderhauses: Immer im Mai geht es mit den Kindern (ab etwa vier Jahre) jeden Tag in den Wald. Hier starten die Mädchen und Jungen mit einem gemeinsamen Morgenkreis in den Tag, nehmen das Mittag aus dem Rucksack ein, halten Mittagsschlaf in den Zelten oder ruhen sich aus, entdecken die Schätze und Geheimnisse des Waldes. Noch bis Himmelfahrt werden die Kinder jeden Tag im Wald verbringen, ehe es mit Sack und Pack und vielen Erinnerungen an spannende Erlebnisse zurück ins Kinderhaus geht.