

Kinder können beim Gärtnern jede Menge entdecken und dafür braucht es keinen großen Garten!
Jedes Kind kann ein Gemüseanbauprofi werden
Vom kleinen Samen bis zum knackigen Gemüse auf dem Teller: Kinder können beim Gärtnern jede Menge entdecken. Dafür braucht es keinen großen Garten. Auch auf dem Balkon, der Fensterbank oder beim nächsten Einkauf können Eltern gemeinsam mit ihren Kindern erleben, wo unser Essen eigentlich herkommt.
Die Erfahrungen von der „Gemüse-Ackerdemie“ aus dem Naturhort Mulda zeigen: Kinder lernen besonders nachhaltig, wenn sie selbst ausprobieren, beobachten und mit allen Sinnen entdecken. Mit diesen neun Ideen könnt ihr auch zu Hause kleine „Ackerprofis“ aus euren Kindern machen.
1. Etwas selbst anbauen
Für Kinder ist es etwas Besonderes, wenn aus einem kleinen Samen tatsächlich eine Pflanze entsteht. Das eigene Erleben macht neugierig und motiviert.
Ihr könnt mit euren Kindern z. B. gemeinsam Kresse, Erbsen oder Radieschen sähen und jeden Tag beobachten, was passiert. Auch eine Erbse im wiederverschließbaren Beutel am Fenster lässt sich beim Wachsen gut beobachten.
2. Erde unter die Lupe nehmen
Erde ist mehr als einfach „Dreck“. Nehmt beim nächsten Spaziergang oder im Garten einmal etwas Boden genauer unter die Lupe: Ist er trocken oder feucht? Locker oder fest? Welche kleinen Tiere leben darin? Welche Pflanzen wachsen dort? So lernen Kinder ganz nebenbei, dass gesunder Boden die Grundlage dafür ist, dass Gemüse wachsen kann.
3. Kleine Helfer entdecken
Geht gemeinsam auf Insektensuche. Welche Tiere findet ihr auf Pflanzen? Was macht ein Marienkäfer? Welche Insekten bestäuben Blüten? Vielleicht könnt ihr sogar ein Insektenhotel aufstellen oder eine kleine Blühfläche anlegen. Kinder erleben auf diese Weise, dass Pflanzen, Tiere und Menschen miteinander verbunden sind.
4. Gemüse mit allen Sinnen erleben
Lasst Kinder Gemüse fühlen, riechen, beobachten, vergleichen und probieren. Wie schmeckt eine Karotte direkt aus dem Beet? Schmeckt sie gekocht anders? Welches Gemüse ist süß, welches eher herb? Wichtig dabei ist: Probieren darf freiwillig sein. Es geht darum, neugierig auf neue Lebensmittel zu werden und nicht darum, etwas essen zu müssen.
5. Farbe auf den Teller bringen
Es gibt eine große Arten- und Sortenvielfalt. Verschiedene Farben, Formen und Größen machen den Gemüseanbau spannend. Richtet einen kleinen „Regenbogenteller“ zusammen her, z. B. mit roten Tomaten, orangen Karotten, gelben Zucchini, grünen Gurken und violetter Roter Beete. Dabei können die Kinder überlegen, welches Gemüse sie schon kennen, welche Farben noch fehlen oder welches Gemüse sie gerne probieren möchten.
6. Vom Gemüsebeet direkt auf den Teller
Wenn Kinder ihr Gemüse selbst ernten und anschließend zubereiten, erleben sie den ganzen Weg eines Lebensmittels und auch, wie viel Zeit und Arbeit dahintersteckt. Aber es muss nicht unbedingt Gemüseernten sein, auch das Pflücken von Kräutern für das gemeinsame Abendessen ist eine besondere Erfahrung für Kinder.
7. Lebensmittel wertschätzen
Eine krumme Gurke oder eine kleine Karotte ist nicht weniger lecker. Sprecht darüber, wie viel Zeit und Arbeit in einem Lebensmittel steckt und warum es schade wäre, es einfach wegzuwerfen. Auch das Haltbarmachen sollten die Kinder kennenlernen. Zeigt ihnen, wie man Gemüse einfrieren, einkochen oder einlegen kann.
8. Gemeinsam saisonal einkaufen
Auch ohne eigenen Garten könnt ihr „Ackerprofis“ werden. Regional und saisonal einzukaufen ist dafür ein wichtiger Aspekt. Besucht Wochenmärkte oder Hofläden und schaut, welches Gemüse aus der Region kommt. Damit wird das Einkaufen zu einer tollen Lernmöglichkeit.
9. Ernten und teilen
Eine Ernte macht noch mehr Freude, wenn man sie teilt. Vielleicht bringt euer Kind die ersten selbst gezogenen Radieschen zu den Großeltern oder verschenkt eine selbst gezogene Tomate.
Kinder lernen, dass ihre Arbeit einen Wert hat und sie damit anderen eine Freude machen können.
Also: Ärmel hoch, Hände in die Erde und gemeinsam zu kleinen Gemüseanbauprofis werden!
Ramona Weichold, Acker AG- Verantwortliche, Natur-Hort Mulda