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Kinder lieben es, mit anderen in Kontakt zu treten, mit Sprache zu spielen und auszutesten, wie wir auf das reagieren, was sie sagen.

Wie fördern wir einen höflichen Umgang miteinander?

„Höflichkeit ist eine Zier, doch besser leb ich ohne ihr“. Oder doch nicht? „Wie redest du denn mit mir?“ „Ich will jetzt auf den Spielplatz!“ Wie wir miteinander reden, beeinflusst das tägliche Miteinander grundlegend. Nicht jeden Tag gelingt das gleich gut, denn auch unsere Stimmungen und Emotionen, was wir erleben und wie wir selbst angesprochen werden, beeinflusst, wie wir wieder auf andere zugehen. Manchmal geduldig und langmütig, nach der x-ten Wiederholung aber vielleicht schon etwas weniger geduldig dafür fordernder.

Was ist aber nun wichtig und richtig im Umgang miteinander? Wie wollen wir selbst angesprochen werden und was fordern wir von den Kindern ein? Zur Sprache und Sprachregeln gibt es im Deutschen zahlreiche Sprichwörter, wie obiges Beispiel zeigt. Ob man nun immer „redet, wie einem der Schnabel gewachsen ist“, „nicht auf den Mund gefallen“ ist oder eher „maulfaul“ daherkommt, liegt natürlich auch in der Persönlichkeit jedes Einzelnen begründet. Sprichwörter wie „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ und „wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ deuten schon an, dass Sprache mehr ist als ein reines Verständigungsmittel und auch verstanden und gedeutet werden will. 

Kinder müssen dies im Laufe ihrer Sprachentwicklung erlernen und orientieren sich dabei, wie so häufig an den sie umgebenden Erwachsenen. Insbesondere an denen, die oft mit ihnen sprechen, wie Eltern, Erzieher oder aber auch andere enge Bezugspersonen. Sie schauen sich von uns ab, wie wir mit ihnen, aber auch mit anderen, z.B. dem Partner oder Kollegen sprechen. Dies ist ein Lernen am Modell und für Kinder sehr einprägsam. 

Deshalb sollten wir uns auch selbst immer wieder mal bewusst machen, wie wir mit anderen sprechen und wie wir unsere Kinder ansprechen: Sind wir stark fordernd oder überfordernd, weil wir zu viele Fragen stellen? Säuseln wir die Kinder an oder verfallen manchmal in Babysprache, obwohl das Kind diesem Alter schon (längst) entwachsen ist? Wie fordern wir ein Kind auf etwas zu tun? Bitten wir? 

Wie ich eine Person anspreche, hängt natürlich auch unmittelbar mit der Situation und der gemeinsamen Basis, also der Beziehung zusammen. Mit einer mir vertrauten, bekannten Person spreche ich anders als mit jemandem, den ich noch nicht kenne oder erst kennenlerne. 

Natürlich dient Sprache zu mehr als der reinen Informationsweitergabe. Sprache ist Kommunikation auf vielen Ebenen, je nach Tonfall, Betonung, ob ich mich der angesprochenen Person zuwende oder etwas nebenbei bemerke, wirkt das Gesprochene anders auf mein Gegenüber. Kinder lieben es, mit anderen in Kontakt zu treten, mit Sprache zu spielen und auszutesten, wie wir auf das reagieren, was sie sagen.

Als grundlegende Richtlinie zum förderlichen Sprachumgang lässt sich das oben genannte Sprichwort „wie es in den Wald hineinschallt, so ruft es heraus“ anwenden: Denn, wenn ich meinem Gegenüber höflich begegne, wird er mir mit hoher Wahrscheinlichkeit auch freundlich oder zumindest höflich begegnen. Wenn ich jedoch halb abgelenkt oder „grummelich“ antworte, kann ich keine freundliche Ansprache erwarten. 

Wir legen in der Kita immer wieder den Fokus auch auf einen freundlichen und förderlichen Sprachumgang, reden begleitend, besonders bei den sehr jungen Kindern im alltäglichen Tun. Wir fördern und fordern ein „Danke“ und „Bitte“ und legen Wert auf diese Kleinigkeiten, die doch einen höflichen Umgang miteinander fördern. Wir Erwachsenen sind dabei die wichtigsten Vorbilder für Ihre Kinder. Denn „Kindermund tut Wahrheit kund“.

Ulrike Körner, Kita „Riesenzwerge“ Radebeul
 

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