

Wenn die Kinder in der Mitte des Kirchenschiffes ihren Klangbausteinen die schönsten Töne entlocken, staunen sie über die tolle Akustik.
Auf Erkundungstour durch den Freiberger Dom
Was ist ein Kreuzgang? Wer verbirgt sich hinter den Zeichen auf den großen Grabplatten? Wie klingt Musik in einer hohen Kirche? Kann man am Tisch des Herrn auch essen? Die Mädchen und Jungen der Kita „Villa Kunterbunt“ in Freiberg haben auf diese Fragen jetzt Antworten. In Gruppen von 10 bis 15 Kindern sind sie in den vergangenen Wochen auf Erkundungstour durch Annenkapelle und Dom gegangen.
Los geht die Tour jeweils in der kleinen Annenkapelle – von dort bewegen sich die Kinder durch den Kreuzgang bis in den Dom. Sie staunen beim Anblick der alten Grabplatten, sind beeindruckt von der riesigen Tür und neugierig, was es im Dom selbst alles zu entdecken gibt. Manchmal werden die Kinder nicht nur von ihren Erzieher:innen, sondern auch von Domküster Holger Graf begleitet, der unglaublich viel zu erzählen weiß.
Wichtiger als die Wissensvermittlung ist dem Team der „Villa Kunterbunt“ jedoch, bei den Kindern Berührungsängste abzubauen. „Manche waren noch nie in einer Kirche“, weiß Regine Bluth, die als Projektfachkraft fürs ESF-Programm „Kinder stärken“ die Tour immer begleitet. „Uns ist wichtig, dass sie diesen spirituellen und historischen Raum ohne Schau erkunden können und spielerisch damit vertraut werden.“
Damit dies gelingt, bringen die Erzieher Musikinstrumente und Bilderkarten mit zu jeder Tour. Wenn die Kinder in der Mitte des Kirchenschiffes ihren Klangbausteinen die schönsten Töne entlocken, staunen sie über die tolle Akustik. Mit den Bilderkarten gehen sie dann auf eine Schnitzeljagd und suchen die Details, die auf den Karten abgebildet sind.
Und weil die vielen Eindrücke hungrig machen, packen die Kinder – wieder zurück in der Annenkapelle – in Erinnerung an das letzte Abendmahl vor dem Altar selbst Brot und Wein(trauben) aus und stärken sich für den Rückweg in die Kita.
Die Kirchenerkundungen sind ein Mosaikstein der im Dezember besiegelten Kooperation zwischen „Villa Kunterbunt“ und Domgemeinde. So besucht die Musikpädagogin der Kirchgemeinde jeden Mittwoch die Kita und musiziert mit den Kindern. Auch die gemeinsame Gestaltung eines jährlichen Gottesdienstes sowie weiterer Veranstaltungen und Feste oder Besuche des Pfarrers in der Kita sind vorgesehen.





